Behutsamer Ratgeber, der nicht jede Lebensrealität erreicht
ZUM BUCH
"Jeder Mensch kann trauern" von Eric Wrede und Fee Vogel ist ein optisch ansprechend aufgemachter Ratgeber, der das oft tabuisierte Thema Trauer mit viel Bedacht und Empathie annähern möchte. Das Buch arbeitet mit zahlreichen Reflexionsfragen, Mitmach-Übungen und Impulsen, um Betroffene durch schwere Zeiten zu begleiten.
Der Einband ist kartoniert und nicht schmutzabweisend.
ZUM INHALT
Das Buch bricht mit veralteten Vorstellungen (wie starren Trauerphasen) und widmet sich stattdessen den realen Herausforderungen nach einem Verlust in der heutigen (beschleunigten) Welt. Es beleuchtet den Umgang mit dem eigenen Körper mit seinen Gefühlen und Symptomen, den gesellschaftlichen Erwartungen, der Beerdigung als Abschied und insbesondere der Sortierung des sozialen Umfelds. Auch die Perspektive von Kindern und das Thema Kommunikation kommen ausführlich zur Sprache.
MEINE MEINUNG
Die Autoren geben sich spürbar Mühe, das Thema sensibel und entlastend anzugehen. Die praktischen Ansätze, die sie selbst kultivieren und praktizieren, sind gut durchdacht und bieten wertvolle Orientierung.
Dennoch merkt man beim Lesen, dass das Buch eine sehr spezifische Einstiegsebene bedient. Für Menschen, die völlig unvorbereitet und zum ersten Mal von einem schweren Verlust getroffen werden, kann dieses Werk ein sanftes Geländer und ein echter Trost sein.
Wer jedoch bereits eine lange, tiefgreifende Historie an Krisen, Brüchen oder Verlusterfahrungen mitbringt und sich intensiv mit sich selbst auseinandergesetzt hat, wird an vielen Stellen merken, dass die vorgeschlagenen Übungen oder Denkmuster an ihre Grenzen stoßen. Manches wirkt dann zu schematisch oder greift für sehr komplexe Lebensrealitäten zu kurz. Es triggert und zieht einen in den Schmerz zurück, obwohl es ja das Gegenteilige beabsichtigt.
FAZIT
Ein gut gemeintes, behutsam geschriebenes Buch, das im Akutfall eine wertvolle Stütze sein kann. Es ist ein nützlicher Ratgeber für Menschen, die ganz am Anfang stehen – wer allerdings eine sehr reife, eigene Reflexion und langjährige Krisenerfahrung mitbringt, wird hier möglicherweise nicht die passenden Antworten finden. Man sollte es mit der nötigen Distanz und im ganz eigenen Tempo lesen.
"Jeder Mensch kann trauern" von Eric Wrede und Fee Vogel ist ein optisch ansprechend aufgemachter Ratgeber, der das oft tabuisierte Thema Trauer mit viel Bedacht und Empathie annähern möchte. Das Buch arbeitet mit zahlreichen Reflexionsfragen, Mitmach-Übungen und Impulsen, um Betroffene durch schwere Zeiten zu begleiten.
Der Einband ist kartoniert und nicht schmutzabweisend.
ZUM INHALT
Das Buch bricht mit veralteten Vorstellungen (wie starren Trauerphasen) und widmet sich stattdessen den realen Herausforderungen nach einem Verlust in der heutigen (beschleunigten) Welt. Es beleuchtet den Umgang mit dem eigenen Körper mit seinen Gefühlen und Symptomen, den gesellschaftlichen Erwartungen, der Beerdigung als Abschied und insbesondere der Sortierung des sozialen Umfelds. Auch die Perspektive von Kindern und das Thema Kommunikation kommen ausführlich zur Sprache.
MEINE MEINUNG
Die Autoren geben sich spürbar Mühe, das Thema sensibel und entlastend anzugehen. Die praktischen Ansätze, die sie selbst kultivieren und praktizieren, sind gut durchdacht und bieten wertvolle Orientierung.
Dennoch merkt man beim Lesen, dass das Buch eine sehr spezifische Einstiegsebene bedient. Für Menschen, die völlig unvorbereitet und zum ersten Mal von einem schweren Verlust getroffen werden, kann dieses Werk ein sanftes Geländer und ein echter Trost sein.
Wer jedoch bereits eine lange, tiefgreifende Historie an Krisen, Brüchen oder Verlusterfahrungen mitbringt und sich intensiv mit sich selbst auseinandergesetzt hat, wird an vielen Stellen merken, dass die vorgeschlagenen Übungen oder Denkmuster an ihre Grenzen stoßen. Manches wirkt dann zu schematisch oder greift für sehr komplexe Lebensrealitäten zu kurz. Es triggert und zieht einen in den Schmerz zurück, obwohl es ja das Gegenteilige beabsichtigt.
FAZIT
Ein gut gemeintes, behutsam geschriebenes Buch, das im Akutfall eine wertvolle Stütze sein kann. Es ist ein nützlicher Ratgeber für Menschen, die ganz am Anfang stehen – wer allerdings eine sehr reife, eigene Reflexion und langjährige Krisenerfahrung mitbringt, wird hier möglicherweise nicht die passenden Antworten finden. Man sollte es mit der nötigen Distanz und im ganz eigenen Tempo lesen.