Warmherzig, bestärkend und unterstützend
Trauer ist kein Thema, das besonders viel Raum im Alltag und in der Gesellschaft einnimmt. Trauer ist ein stilles Thema, ein individuelles Thema. – Eine Umgangsweise, die auch Free Vogel und Eric Wrede in ihrer Neuerscheinung „Jeder Mensch kann trauern“ kritisieren, weil sie mittel- und langfristig zu einer Tabuisierung und somit einer Überforderung bei denjenigen führen, die mit dem Tod und der damit verbundenen Trauer zumeist plötzlich konfrontiert werden. Ihr Buch ist meiner persönlichen Erfahrung nach hingegen ein besonders gelungener Begleiter, wenn man die schmerzliche Erfahrung des Verlustes eines geliebten oder lieb gewonnenen Menschen machen musste. In 12 Kapiteln führt der Ratgeber durch verschiedene Abschnitte – ich sage bewusst nicht Phasen – der Trauer und behandelt so verschiedene Themen, die Trauernde beschäftigen könnten, angefangen von akuter Trauer, über körperliche Symptome, über das Umfeld und die Familie bis hin zur persönlichen Erinnerung und Hinweisen auf Anlaufstellen für weiterführende Unterstützung. Neben dem äußerst empathischen, liebevollen und warmherzigen, aber dennoch direkten Schreibstil des Buches, ist es jedoch vor allem der Inhalt, der dem Lesenden vermittelt, wie facettenreich Trauer sein kann und dass alles darf und nichts muss und einem in diesen Zeiten vor allem die Meinungen und Erwartungen anderer völlig egal sein dürfen. Als Trauernder fühlt man sich durch „Jeder Mensch kann trauern“ unheimlich gut aufgefangen und begleitet und ich kann es allen, die sich aktuell mit Trauer auseinandersetzen müssen oder möchten, nur empfehlen – unabhängig davon, ob es für sie gerade ein Akutthema oder lediglich ein Interessensthema ist. Die Neuerscheinung ist ab dem 27.10.26 beim Inselverlag erhältlich. Als Rezensentin bedanke ich mich recht herzlich beim Verlag für den herzlichen Brief sowie die beigefügte Postkarte, passend zum Buch!