Von Kröten und Schwiegermüttern

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jessi2712 Avatar

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Worum geht’s?
Das Auto für den Sommerurlaub am Atlantik ist gerade fertig gepackt, als der Erzähler urplötzlich schwer erkrankt. Stunden später steht fest, dass er sich wegen einer kleinen Verletzung am Finger eine Sepsis zugezogen hat, er landet im Krankenhaus und sein Leben hängt unerwartet am seidenen Faden.
Nach seiner Entlassung und während des langwierigen Genesungsprozesses stellt er sein ganzes Leben auf den Prüfstand, beschließt, künftig achtsamer durch den Alltag zu gehen, ein Sammler von schönen Momenten zu werden.

Wie war’s?
Eine Bewertung, mit der ich mich wirklich schwertue. »25 letzte Sommer«, das erste Buch von Stephan Schäfer, hat mich letztes Jahr sehr begeistert. Man konnte sich gut in die Geschichte einfühlen, die Charaktere hatten Tiefe, wirkten glaubwürdig.
Bei »Jetzt gerade ist alles gut« sah das leider schon ganz anders aus. Die Geschichte plätschert flach und ohne jeden Tiefgang so dahin. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus beschließt der Erzähler, bewusst zu leben, so will er nach Jahren endlich seine Schwiegermutter besser kennenlernen, radelt spontan mit ihr ans Meer, beobachtet die Krötenwanderung, trinkt mit seinem Sohn Espresso und philosophiert über die Zukunft. Kleine, zusammenhanglose Episoden, die mich leider so gar nicht abholen konnten. Das Ganze kommt einem vor wie ein bemüht zusammengeschusterter Achtsamkeitsratgeber, hier habe ich in mancher Lifestyle-Zeitschrift schon bessere Impulse gefunden.

Fazit
Ich persönlich kann dieses Buch leider so gar nicht empfehlen. Nebenbei bemerkt ist ein Preis von 22 Euro für dieses nicht mal 180 dünne Büchlein, das man problemlos in zwei Stunden gelesen hat, wirklich nicht gerechtfertigt. Um wenigstens etwas Positives dazu zu sagen: Das Cover ist großartig und macht sich wirklich toll als Hingucker im Regal. Davon abgesehen hätte ich in der Zeit lieber selbst die Kröten beobachtet, als dieses Buch zu lesen.