Atmosphärisch!

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mitchwlb Avatar

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Der neue Roman „John of John“ von Douglas Stuart beginnt bereits auf den ersten Seiten mit großer Intensität. Im Mittelpunkt steht Cal, der nicht ganz freiwillig in das Haus seines Vaters zurückkehrt. Zwischen den beiden liegt eine spürbare Distanz – geprägt von der religiösen Strenge des Vaters und Cals Geheimnis, seine Homosexualität vor ihm zu verbergen.

Doch auch der Vater ist nicht frei von Widersprüchen: Seine Verbindung zum Nachbarn Innes wirft Fragen auf und deutet auf ein eigenes verborgenes Leben hin. Besonders spannend entwickelt sich die Beziehung zwischen Cal und Innes, die sich langsam annähern und dem Roman eine zusätzliche emotionale Tiefe verleihen.

Schon früh zeigt sich die große Stärke Douglas Stuarts: Seine Figuren sind vielschichtig, glaubwürdig und fein gezeichnet. Man taucht sofort in ihre Gedankenwelt ein und spürt die inneren Konflikte hautnah. Gleichzeitig schafft er es, die Inselwelt so atmosphärisch zu beschreiben, dass sie fast selbst zu einer Figur wird.

Ein eindrucksvoller Auftakt, der neugierig auf den weiteren Verlauf der Geschichte macht.