Eindringlich

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kaylaliest Avatar

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Nachdem mich „Young Mungo“ von Douglas Stuart tief berührt hat, war ich sofort neugierig auf „John of John“ und schon die Leseprobe hat mich wieder vollkommen hineingezogen.
Was mich besonders beeindruckt hat, ist diese dichte, fast greifbare Atmosphäre, die raue, windgepeitschte Inselwelt, das karge Leben und gleichzeitig diese stille emotionale Wucht zwischen den Figuren. Stuart schafft es erneut, eine Spannung aufzubauen, die weniger laut, dafür umso intensiver ist. Die Beziehung zwischen Cal und seinem Vater wirkt schon auf den ersten Seiten komplex, widersprüchlich und voller unausgesprochener Wahrheiten, genau diese Zwischentöne liebe ich an seinem Schreibstil.

Auch stilistisch hat mich die Leseprobe sofort abgeholt. Sie ist ruhig, eindringlich und mit einer Bildsprache, die lange nachhallt. Man spürt diese Mischung aus Enge, Sehnsucht und innerem Konflikt, die sich durch die Geschichte ziehen wird.

Das Cover passt für mich perfekt dazu. Die kühlen Blautöne spiegeln die raue Inselwelt und die emotionale Distanz wider, während die schlichte Gestaltung den Fokus ganz auf die Geschichte legt. Es wirkt ruhig, aber gleichzeitig voller Tiefe, genau wie Stuarts Erzählweise.

Meine Begeisterung für Douglas Stuart habe ich bereits mit meiner Rezension zu „Young Mungo“ bei euch gezeigt. Umso mehr würde ich mich freuen, auch „John of John“ lesen zu dürfen.