Rau

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Die Leseprobe hat mich schnell in ihre Welt hineingezogen. Schon das Cover mit den kräftigen Blau- und Grüntönen und der markanten Typografie gibt einen guten Eindruck von dem, was sprachlich folgt: etwas Herbes, Eigenwilliges und sehr Atmosphärisches. Besonders gelungen fand ich den Einstieg, weil er sofort Spannung aufbaut und Cal als Figur in seiner Zerrissenheit greifbar macht. Auch der Perspektivwechsel zu John funktioniert gut, weil dadurch früh deutlich wird, wie viel zwischen Vater und Sohn unausgesprochen geblieben ist.
Sprachlich wirkt das alles sehr dicht und bildstark, manchmal fast wuchtig, was gut zu dieser Inselwelt und den verhärteten Beziehungen passt. Gerade die Mischung aus Scham, Strenge, Begehren und familiärer Enge macht die Leseprobe interessant. An manchen Stellen entfaltet sich der Text eher über Stimmung als über unmittelbaren Sog, aber genau darin liegt auch seine Stärke. Ich würde auf jeden Fall weiterlesen, weil die Figuren sofort Tiefe haben und man spürt, dass sich hier emotional noch sehr viel zuspitzen wird.