Scham, Sehnsucht und schottische Stille

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xirxe Avatar

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Douglas Stuart kann schreiben, das ist keine Frage. Seine Sprache hat diesen typischen Rhythmus: präzise, sinnlich, mit einer Beiläufigkeit, hinter der sich enorme emotionale Tiefe verbirgt. Der Satz über die Telefonzelle, in der Cal die Visitenkarten der Prostituierten abtastet, während er mit dem Vater psalmensingt – das ist einfach brillant. Komisch und herzzerreißend zugleich, und kein anderer Satz hätte Cals Situation besser zusammengefasst.
Es ist eine starke, atmosphärisch dichte Leseprobe, die zeigt, dass der Autor ein außergewöhnlicher Beobachter menschlicher Einsamkeit ist. Schön!
Ach ja, das Cover: Nicht sonderlich auffallend, auch wenn die Buchstaben sehr groß sind 😉 Würde ich den Autor nicht kennen, würde ich das Buch in der Buchhandlung wohl übersehen.