Ein zutiefst berührendes, kluges und wunderschönes Meisterwerk!

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lesemadi Avatar

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Mit „John of John“ hat Douglas Stuart wieder mal ein absolutes Highlight geschaffen. Obwohl der Roman sehr umfangreich ist, war mir keine einzige Seite zu lang! Die Geschichte ist ruhig erzählt, entfaltet aber eine unglaubliche, tiefgründige Sogwirkung.

Schauplatz ist die karge, abgelegene schottische Insel Harris, auf der die Menschen ein hartes Leben zwischen Schafzucht, Tweed-Weberei und den strengen moralischen Regeln des presbyterianischen Glaubens führen. In diese Enge kehrt der junge Kel nach seinem Studium in Edinburgh mittellos zurück. Dass er homosexuell ist, macht das Leben in dieser wortkargen, von Traditionen geprägten Welt, in der nicht über Gefühle gesprochen wird, umso schwerer. Im Zentrum steht die Beziehung zu seinem Vater John – einem strenggläubigen Mann, unter dessen harter Schale sich jedoch ein zutiefst verletzlicher Mensch verbirgt.
Die Charaktere sind das absolute Herzstück des Buches: Sie sind so feinfühlig und lebendig gezeichnet, dass man sie sofort ins Herz schließt. Meine absolute Lieblingsfigur war die Großmutter Ella. Sie ist eine herrlich coole Socke, die trotz Ausgrenzung mit viel Witz und Gelassenheit durchs Leben geht.

Ein faszinierender, feinfühliger Roman über Identität, Selbstverleugnung und Familie in einer fast anachronistischen Welt.
Ein absolutes Jahreshighlight und eine ganz große Leseempfehlung!