Einzigartiges Vater-Sohn-Epos

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Cal ist Anfang 20, lebt in Edinburgh und geht zur Kunsthochschule. Sein Leben ist schon längst aus dem Ruder gelaufen, seine Herkunft vom Land passt so gar nicht zu seinen Elite-Kommilitonen. So passt es soeben, dass sein Vater ihn zurück auf die Insel beordert - der Großmutter ginge es schlecht, seine Hilfe werde benötigt. Zuhause angekommen muss er seine angehäuften Schulden eingestehen und eckt mit seiner eigensinnigen Art an. Gut, dass nicht obendrein noch jeder aus der Inselgemeinschaft weiss, dass er Männer bevorzugt. Der Alltag verstreicht mit Schafe hüten, Tweed weben, presbyterianischen Predigten und der nachbarschaftlichen Gerüchteküche. Cal muss sich seiner zerrütteten Familie und dem unbarmherzigen Vater stellen. Wie kann es sein, dass er sich seinem Vater so wenig verbunden fühlt? Es ist ja nicht möglich, dass nur die Anziehung zu Inselbewohner Innes die beiden vereint... Oder etwa doch?
Douglas Stuart hat einen wahrhaft großen Roman geschrieben. "John of John" strotzt vor Leid, Komik und Sehnsucht, aber auf die Art und Weise, dass einen die Schwere fast erdrückt und das Unheil permanent über einem schwebt. Es gibt eine ganz große und viele kleine Liebesgeschichten, überraschende Wendungen, fabelhafte Dialoge und ganz viel Einblick in schottische Tradition, Religion und Landschaft. Ob Mann, ob Frau - Douglas Stuart nähert sich jeder Figur mit Einfühlsamkeit und Liebe. Wer es dann auch noch schafft, Farben mit Entenei-Blau, meerfenchelgrün und Ohrläppchenrosa zu beschreiben, dem muss einfach Respekt gezollt werden. Leser sollten vorbereitet werden, dass es auch mal explizit werden kann.
Unbedingt lesen!