Feinste atmosphärische Unterhaltung!
Ui ihr Lieben Bookies. Wartet mal bitte kurz. Ich muss mir erst einmal die Regenjacke und die Gummistiefel ausziehen. Ich war gerade für ein paar Tage im nördlichsten Zipfel von Schottland, in Falabay, und ich kann euch sagen: Es hat tagelang gestürmt, ich bin nass bis auf die Knochen geworden und erlebt habe ich dort auch so einiges …
JOHN OF JOHN
Douglas Stuart
ET: 21.04.26
Cal wächst bei seinem Vater und seiner mütterlichen Großmutter auf den nördlichen Hebriden auf. Sie leben in einem kleinen, alten Haus, das niemals richtig warm wird und in das es an allen möglichen Stellen hineinregnet. Sein Vater arbeitet als Tweed-Weber — an einem Webstuhl, der noch mit den Füßen betrieben wird. Eine alte Tradition, auf die die Inselbewohner stolz sind, die aber kaum noch Geld einbringt, weil maschinell hergestellte Stoffe aus China deutlich günstiger sind.
Für kurze Zeit glaubte Cal, der Strenge seines presbyterianischen Vaters und der Enge der kleinen Inselgemeinschaft entkommen zu sein. Doch nach seinem Studium in Edinburgh wird er von seinem Vater zurück auf die Insel zitiert. Die Rückkehr fällt ihm schwer. Die Beziehung zwischen den beiden war schon vor seiner Abreise belastet und offen zu seiner Homosexualität zu stehen, käme in den Augen seines Vaters wohl einer Todsünde gleich.
Wenn ich euch jetzt allerdings erzähle, wie es weitergeht, müsste ich zu viel verraten. Deshalb mein Vorschlag: Holt euren Ostfriesennerz aus dem Schrank, zieht die Gummistiefel an und verbringt selbst ein paar stürmische Tage auf den Äußeren Hebriden …
Was für ein atmosphärisches Buch. Douglas Stuart erzählt hier eine ganz andere Liebesgeschichte. Vielleicht nicht ganz so berührend wie seine beiden vorherigen Bücher, aber deshalb keineswegs weniger feinfühlig.
Dieses Buch lebt von seinen detailreichen Beschreibungen der Insel, ihrer Bewohner, der herrlich unkonventionellen Großmutter, unserem liebenswerten Cal — und natürlich von den gefühlt hundert Variationen von nasskaltem Wetter. Als Hamburgerin würde ich vermutlich einfach Schietwedder dazu sagen.
Fazit:
Feinste atmosphärische Unterhaltung.
4½/5
Lieblingszitat: "Ein ganzer Kontinent war zu bequem geworden, um sich ordentlich anzuziehen. Alles musste billig sein, schnell gehen, und während ihre Körper verfetteten, entwickelten sie die Obsession, ihre Schwabbeligkeit in Labberigkeit einzuhüllen."
JOHN OF JOHN
Douglas Stuart
ET: 21.04.26
Cal wächst bei seinem Vater und seiner mütterlichen Großmutter auf den nördlichen Hebriden auf. Sie leben in einem kleinen, alten Haus, das niemals richtig warm wird und in das es an allen möglichen Stellen hineinregnet. Sein Vater arbeitet als Tweed-Weber — an einem Webstuhl, der noch mit den Füßen betrieben wird. Eine alte Tradition, auf die die Inselbewohner stolz sind, die aber kaum noch Geld einbringt, weil maschinell hergestellte Stoffe aus China deutlich günstiger sind.
Für kurze Zeit glaubte Cal, der Strenge seines presbyterianischen Vaters und der Enge der kleinen Inselgemeinschaft entkommen zu sein. Doch nach seinem Studium in Edinburgh wird er von seinem Vater zurück auf die Insel zitiert. Die Rückkehr fällt ihm schwer. Die Beziehung zwischen den beiden war schon vor seiner Abreise belastet und offen zu seiner Homosexualität zu stehen, käme in den Augen seines Vaters wohl einer Todsünde gleich.
Wenn ich euch jetzt allerdings erzähle, wie es weitergeht, müsste ich zu viel verraten. Deshalb mein Vorschlag: Holt euren Ostfriesennerz aus dem Schrank, zieht die Gummistiefel an und verbringt selbst ein paar stürmische Tage auf den Äußeren Hebriden …
Was für ein atmosphärisches Buch. Douglas Stuart erzählt hier eine ganz andere Liebesgeschichte. Vielleicht nicht ganz so berührend wie seine beiden vorherigen Bücher, aber deshalb keineswegs weniger feinfühlig.
Dieses Buch lebt von seinen detailreichen Beschreibungen der Insel, ihrer Bewohner, der herrlich unkonventionellen Großmutter, unserem liebenswerten Cal — und natürlich von den gefühlt hundert Variationen von nasskaltem Wetter. Als Hamburgerin würde ich vermutlich einfach Schietwedder dazu sagen.
Fazit:
Feinste atmosphärische Unterhaltung.
4½/5
Lieblingszitat: "Ein ganzer Kontinent war zu bequem geworden, um sich ordentlich anzuziehen. Alles musste billig sein, schnell gehen, und während ihre Körper verfetteten, entwickelten sie die Obsession, ihre Schwabbeligkeit in Labberigkeit einzuhüllen."