Kein Lieblingsbuch trotzdem klingt es nach
Ich war mir bei John of John ehrlich gesagt nicht sicher, was ich erwarten soll, aber es hat mich schneller gepackt, als gedacht. Es ist kein Buch, das einen mitreißt, sondern eher eins, das sich langsam festsetzt. Am meisten ist mir diese unterschwellige Spannung zwischen Cal und seinem Vater hängen geblieben. Da wird so viel nicht gesagt, und genau das macht es irgendwie anstrengend, aber auch realistisch. Ich hatte öfter das Gefühl, ich sitze einfach daneben und merke, wie unangenehm diese Stille ist.Cal selbst fand ich schwer zu greifen, aber nicht im negativen Sinn. Eher so, dass man ihn beobachten muss, um ihn zu verstehen. Seine Entscheidungen sind nicht immer logisch, aber sie haben sich für mich trotzdem echt angefühlt.Die ganze Stimmung auf der Insel war für mich fast wichtiger als die eigentliche Handlung. Dieses Gefühl von „hier kommst du nicht richtig raus“ zieht sich durch alles. Teilweise hat mich das echt runtergezogen, weil es so wenig Leichtigkeit gibt.Was ich ein bisschen schwierig fand,es passiert nicht super viel nach außen hin. Wenn man auf große Wendungen wartet, wird man eher enttäuscht. Für mich hat es eher von den kleinen Momenten gelebt, Blicke, Gedanken, Situationen, die nicht aufgelöst werden.Trotzdem muss ich sagen, dass genau das am Ende hängen bleibt. Es ist kein Buch, das man zuschlägt und sofort alles einordnen kann. Ich hatte eher dieses Gefühl von „okay, das arbeitet noch nach“.Für mich kein Lieblingsbuch, aber eins, das ich nicht so schnell vergesse.