Lesenswerter Roman
Mit John of John legt Douglas Stuart nach Shuggie Bain und Young Mungo einen neuen, sehr berührenden Roman über Herkunft, Scham und die Suche nach dem eigenen Platz in der Welt vor. Dabei bildet die abgelegene Hebrideninsel Harris eine ebenso raue wie poetische Kulisse für eine Geschichte über zwei Männer, die sich näher sind, als sie ahnen. Stuart zeichnet vielschichtige Figuren, die zugleich verletzen und verletzlich sind. Besonders die Vater-Sohn-Beziehung entwickelt eine enorme Tragkraft, weil sie von unausgesprocher Liebe geprägt ist. Auch sprachlich ist der Roman ein typischer Douglas Stuart. Tolle Bilder und eine genaue Kenntnis des Milieus über das er schreibt sind bei ihm garantiert und ich wurde auch in John of John nicht enttäuscht. Ein bisschen Geduld muss man natürlich mitbringen. Den wie das Leben auf den schottischen Inseln ist auch der Roman langsam und sanft erzählt. Insgesamt eine große Empfehlung