Tiefgründige Einblicke

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kaberke Avatar

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„John of John“ gibt einen tiefen Einblick in das Leben zweier homosexueller Männer auf den Äußeren Hebriden, einer abgelegenen schottischen Inselwelt, auf der die „Moderne“ noch keinen wirklichen Einzug gehalten zu haben scheint. Douglas Stuart zeichnet das Bild zweier Männer, die zwischen religiösen Dogmen, Armut, harter Arbeit und emotionaler Sprachlosigkeit gefangen sind. Die Atmosphäre erinnerte mich stellenweise an Hugos „Die Elenden“ sowie Brontes "Sturmhöhe": Hoffnungslosigkeit, Gewalt und unterdrückte Sehnsüchte prägen den Alltag vieler Figuren.

Besonders berührend fand ich, wie Stuart die innere Zerrissenheit seiner Charaktere beschreibt. Vieles wirkt sehr persönlich und authentisch, als würde der Autor eigene Erfahrungen und Beobachtungen einfließen lassen. Dabei erzählt er nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern auch von generationsübergreifender Einsamkeit und dem Druck traditioneller Männlichkeitsbilder.
Die beiden Johns verbindet die Sehnsucht nach Freiheit und Nähe, gleichzeitig aber auch die Unfähigkeit, sich wirklich von dem zu lösen, was vertraut und gesellschaftlich akzeptiert ist. Der eine hält trotz Wollallergie und dem langsamen Sterben des Tweed-Handwerks an seiner Arbeit fest, der andere scheint emotional auf der Insel gefangen zu sein, obwohl er sich nach einem anderen Leben sehnt.

Ein Buch, was mich trotz der Länge gefesselt und nicht losgelassen hat und mich einmal mehr zum reflektieren gebracht hat.