Toll geschrieben
Nachdem Douglas Stuart mit „Shuggie Bain“ so gefeiert wurde (auch wenn ich es selbst noch nicht gelesen habe), war meine Erwartung an „John of John“ entsprechend hoch – und gleichzeitig war ich neugierig, ob mich sein Stil genauso packen würde.
Der Einstieg hat es mir ehrlich gesagt nicht leicht gemacht. Ich fand die ersten Seiten ziemlich sperrig, fast ein wenig unzugänglich, und brauchte eine Weile, um wirklich in die Geschichte hineinzufinden. Doch sobald ich angekommen war, hat mich der Roman komplett abgeholt.
Stuart schreibt einfach unglaublich eindringlich. Sein Stil ist dicht, atmosphärisch und voller Zwischentöne – jede Szene wirkt durchdrungen von Emotion, ohne dass sie sich aufdrängt. Besonders beeindruckt hat mich, wie er diese raue, karge Welt der schottischen Insel einfängt: das harte Leben, geprägt von Arbeit, Tradition und einer gewissen Enge, und gleichzeitig diese seltsam schöne, fast fragile Menschlichkeit, die darin aufblitzt.
Im Mittelpunkt steht Cal, der nach seiner Zeit in Edinburgh zurück auf die Insel muss – zurück zu seinem Vater John, zu einem Leben, dem er eigentlich entkommen wollte. Zwischen den beiden liegt so viel Ungesagtes: eine tiefe Verbundenheit, aber auch Distanz, geprägt von Erwartungen, Strenge und Geheimnissen. Cal ringt mit sich selbst, mit seiner Identität und dem Wunsch nach Nähe, die er in dieser Umgebung kaum offen leben kann. Gerade diese inneren Konflikte und die leise Spannung zwischen den Figuren haben mich sehr berührt.
Was mich besonders fasziniert hat, ist, wie Stuart Themen wie Pflicht, Scham, Liebe und Selbstfindung miteinander verwebt, ohne sie jemals plakativ werden zu lassen. Alles bleibt fein austariert und wirkt dadurch umso intensiver.
Und ganz ehrlich: Ich habe mich beim Lesen auch gefragt, wie es eigentlich sein kann, dass dieses Buch in Deutschland fast einen Monat früher erscheint als im englischsprachigen Raum – da haben wir es wirklich gut erwischt.
Für mich ein beeindruckender Roman, der vielleicht etwas Anlauf braucht, dann aber mit einer unglaublichen sprachlichen Kraft und emotionalen Tiefe belohnt. Ganz klar 5 von 5 Sternen.
Der Einstieg hat es mir ehrlich gesagt nicht leicht gemacht. Ich fand die ersten Seiten ziemlich sperrig, fast ein wenig unzugänglich, und brauchte eine Weile, um wirklich in die Geschichte hineinzufinden. Doch sobald ich angekommen war, hat mich der Roman komplett abgeholt.
Stuart schreibt einfach unglaublich eindringlich. Sein Stil ist dicht, atmosphärisch und voller Zwischentöne – jede Szene wirkt durchdrungen von Emotion, ohne dass sie sich aufdrängt. Besonders beeindruckt hat mich, wie er diese raue, karge Welt der schottischen Insel einfängt: das harte Leben, geprägt von Arbeit, Tradition und einer gewissen Enge, und gleichzeitig diese seltsam schöne, fast fragile Menschlichkeit, die darin aufblitzt.
Im Mittelpunkt steht Cal, der nach seiner Zeit in Edinburgh zurück auf die Insel muss – zurück zu seinem Vater John, zu einem Leben, dem er eigentlich entkommen wollte. Zwischen den beiden liegt so viel Ungesagtes: eine tiefe Verbundenheit, aber auch Distanz, geprägt von Erwartungen, Strenge und Geheimnissen. Cal ringt mit sich selbst, mit seiner Identität und dem Wunsch nach Nähe, die er in dieser Umgebung kaum offen leben kann. Gerade diese inneren Konflikte und die leise Spannung zwischen den Figuren haben mich sehr berührt.
Was mich besonders fasziniert hat, ist, wie Stuart Themen wie Pflicht, Scham, Liebe und Selbstfindung miteinander verwebt, ohne sie jemals plakativ werden zu lassen. Alles bleibt fein austariert und wirkt dadurch umso intensiver.
Und ganz ehrlich: Ich habe mich beim Lesen auch gefragt, wie es eigentlich sein kann, dass dieses Buch in Deutschland fast einen Monat früher erscheint als im englischsprachigen Raum – da haben wir es wirklich gut erwischt.
Für mich ein beeindruckender Roman, der vielleicht etwas Anlauf braucht, dann aber mit einer unglaublichen sprachlichen Kraft und emotionalen Tiefe belohnt. Ganz klar 5 von 5 Sternen.