Verwebte Geheimnisse
In seinem neuen ergreifenden Roman „John of John“ lässt Booker-Preisträger Douglas Stuart seinen jungen Protagonisten zurück in die raue Umgebung und prekären Geldverhältnisse auf den Äußeren Hebriden zurückkehren – zu einem streng gläubigen Vater voller Geheimnisse und einer Großmutter, die zu schlichten versucht.
Cal ist homosexuell, hat lange gefärbte Haare und hört gerne Grunge – nach seinem Textilkunststudium in Edinburgh hat er keinen Job und der autoritäre Vater John ruft in zurück auf die kleine schottische Insel, auf der er traditionell Schafe züchtet, Tweed webt und ein fest angesehenes Mitglied der calvinistischen Kirchengemeinde ist. Unter vorurteilhaften Blicken lebt Cal nun mit Vater und Großmutter Ella unter einem Dach und sie versuchen sich wieder anzunähern, doch jeder trägt Unausgesprochenes und Geheimnisse mit sich herum. Niemand kennt den anderen wirklich und was wird passieren, wenn die Wahrheit, die Sünde in den Augen der anderen, ans Licht kommt?
Feinfühlig, sprachgewaltig und empathisch blättert Douglas Stuart in facettenhaften Nuancen wie die Farben des Tweeds tiefvergrabene Emotionen hoch – detailhaft beschreibt er Szenen aus dem harten Inselalltag mit den unbändigen Witterungen und den strengen Regeln basierend auf Schuld, Scham und Sühne, gegen die Cal zu rebellieren versucht. Wie weit kann er in das Innenleben seines früher gewalttätigen Vaters blicken und warum weicht er dem sensiblen Nachbarn Innes aus?
Soghaft und mit viel Kolorit aus gälischer Sprache und Redensarten hat Douglas Stuart auf 500 Seiten eine mitreißende Vater-Sohn-Geschichte geschaffen, die zwar in den 1990er-Jahren angesiedelt ist, aber zeitlos in ihrer klugen, epischen Erzählung ist. Gekonnt und souverän changiert Stuart zwischen Härte und Zärtlichkeit, zwischen Regeln und Aufbrechen, zwischen Melancholie und Lebensmut und hat eine unvergesslichen Coming-of-Age-Roman voller innerfamiliärer Konflikte und Verflechtungen geschrieben. Und pointierte Charaktere erschaffen, die in ihrer Stärke trotz innerer Zerrissenheit lange im Gedächtnis bleiben.
Cal ist homosexuell, hat lange gefärbte Haare und hört gerne Grunge – nach seinem Textilkunststudium in Edinburgh hat er keinen Job und der autoritäre Vater John ruft in zurück auf die kleine schottische Insel, auf der er traditionell Schafe züchtet, Tweed webt und ein fest angesehenes Mitglied der calvinistischen Kirchengemeinde ist. Unter vorurteilhaften Blicken lebt Cal nun mit Vater und Großmutter Ella unter einem Dach und sie versuchen sich wieder anzunähern, doch jeder trägt Unausgesprochenes und Geheimnisse mit sich herum. Niemand kennt den anderen wirklich und was wird passieren, wenn die Wahrheit, die Sünde in den Augen der anderen, ans Licht kommt?
Feinfühlig, sprachgewaltig und empathisch blättert Douglas Stuart in facettenhaften Nuancen wie die Farben des Tweeds tiefvergrabene Emotionen hoch – detailhaft beschreibt er Szenen aus dem harten Inselalltag mit den unbändigen Witterungen und den strengen Regeln basierend auf Schuld, Scham und Sühne, gegen die Cal zu rebellieren versucht. Wie weit kann er in das Innenleben seines früher gewalttätigen Vaters blicken und warum weicht er dem sensiblen Nachbarn Innes aus?
Soghaft und mit viel Kolorit aus gälischer Sprache und Redensarten hat Douglas Stuart auf 500 Seiten eine mitreißende Vater-Sohn-Geschichte geschaffen, die zwar in den 1990er-Jahren angesiedelt ist, aber zeitlos in ihrer klugen, epischen Erzählung ist. Gekonnt und souverän changiert Stuart zwischen Härte und Zärtlichkeit, zwischen Regeln und Aufbrechen, zwischen Melancholie und Lebensmut und hat eine unvergesslichen Coming-of-Age-Roman voller innerfamiliärer Konflikte und Verflechtungen geschrieben. Und pointierte Charaktere erschaffen, die in ihrer Stärke trotz innerer Zerrissenheit lange im Gedächtnis bleiben.