Zarte Sprache, harte Themen
Nach den großen Erfolgen von Shuggie Baine und Young Mungo, legt Douglas Stuart mit John of John ein weiteres, sehr ergreifendes Werk vor.
Nach seinem Studium kehrt Cal zurück in die Heimat auf eine schottische Insel zu seinem streng gläubigen, hart arbeitenden Vater und seiner Großmutter. Fast wie eine Parallelwelt wirkt sein altes Leben, zu dem er ohne Geld und wirkliche Perspektive zurückkehrt.
Natürlich kommt es zu Spannungen zwischen dem Vater, der keinerlei Verständnis für Cal aufbringt und diese Frustration auch gerne physisch zum Ausdruck bringt. Gleichzeitig scheint es Cal an Verständnis (Anmerkung: für Gewalt gibt es natürlich keine Entschuldigung) für die eigenen Dämonen und Geheimnisse die der Vater in sich trägt. So begleiten wir die Inselbewohner*innen in diesem Abschnitt ihrer Geschichte.
Stuart schafft es, mit eigentlich eher wenig blumiger Sprache die raue und schwierige Lebensrealität der Charaktere auf eine erstaunlich zarte und gleichzeitig brutale Art und Weise zu schildern, die einen das Buch nicht aus den Händen liegen lässt.
Vieles wird nicht direkt gesagt, wie auch die Charaktere oft nicht direkt reden und doch geht es einem unglaublich nahe.
Trotz des Umfangs hätte ich auch noch 600 Seiten mehr gelesen.
Eine komplette Analyse aller angesprochenen Themen und Problematiken würde hier zu weit führen. Beispielhaft nur ein Aspekt, der mir sehr gefallen hat, war die Verwendung von Sprache als identitätsstiftendes Merkmal einer Gruppe. So wird die Großmutter auf Grund ihrer fehlenden Gälischkenntnisse oft beschimpft, bzw. war es interessant zu sehen, welche Gespräche/Gesprächselemente auf Englisch und welche auf Gälisch geführt werden.
Ich mochte schon die beiden anderen Werke des Autors sehr gerne, dieses jedoch ist mir Abstand mein Favorit. Es mag das Setting auf der Insel oder die Geschichte von Innes (weiterer Inselbewohner sein), aber ich wollte nicht, dass das Buch endet. Wundervoll, wenn auch schwierige Thematik.
Nach seinem Studium kehrt Cal zurück in die Heimat auf eine schottische Insel zu seinem streng gläubigen, hart arbeitenden Vater und seiner Großmutter. Fast wie eine Parallelwelt wirkt sein altes Leben, zu dem er ohne Geld und wirkliche Perspektive zurückkehrt.
Natürlich kommt es zu Spannungen zwischen dem Vater, der keinerlei Verständnis für Cal aufbringt und diese Frustration auch gerne physisch zum Ausdruck bringt. Gleichzeitig scheint es Cal an Verständnis (Anmerkung: für Gewalt gibt es natürlich keine Entschuldigung) für die eigenen Dämonen und Geheimnisse die der Vater in sich trägt. So begleiten wir die Inselbewohner*innen in diesem Abschnitt ihrer Geschichte.
Stuart schafft es, mit eigentlich eher wenig blumiger Sprache die raue und schwierige Lebensrealität der Charaktere auf eine erstaunlich zarte und gleichzeitig brutale Art und Weise zu schildern, die einen das Buch nicht aus den Händen liegen lässt.
Vieles wird nicht direkt gesagt, wie auch die Charaktere oft nicht direkt reden und doch geht es einem unglaublich nahe.
Trotz des Umfangs hätte ich auch noch 600 Seiten mehr gelesen.
Eine komplette Analyse aller angesprochenen Themen und Problematiken würde hier zu weit führen. Beispielhaft nur ein Aspekt, der mir sehr gefallen hat, war die Verwendung von Sprache als identitätsstiftendes Merkmal einer Gruppe. So wird die Großmutter auf Grund ihrer fehlenden Gälischkenntnisse oft beschimpft, bzw. war es interessant zu sehen, welche Gespräche/Gesprächselemente auf Englisch und welche auf Gälisch geführt werden.
Ich mochte schon die beiden anderen Werke des Autors sehr gerne, dieses jedoch ist mir Abstand mein Favorit. Es mag das Setting auf der Insel oder die Geschichte von Innes (weiterer Inselbewohner sein), aber ich wollte nicht, dass das Buch endet. Wundervoll, wenn auch schwierige Thematik.