Zwischen Heimat und Einsamkeit

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tinimore Avatar

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Wenn Sturheit, Scham und falsche religiöse Vorstellungen unnötige Gräben schaffen, entsteht viel Leid, wo keines sein müsste, und es werden viele Chancen auf Liebe und Nähe verpasst. Das beschreibt meiner Meinung nach ganz gut, was in John of John von Douglas Stuart passiert.

Zu Beginn der Geschichte kehrt Cal nach seinem Studium auf dem Festland nach Harris (einer Insel der Äußeren Hebriden in Schottland) zurück. Doch schnell merkt er, dass er es dort trotz seiner Liebe zu seiner Heimat nicht aushält. Sein Vater ist kalt und streng, und auch sonst wird ihm wenig Wärme entgegengebracht. Wie endet seine Suche nach Verbundenheit?

Douglas Stuart hat wieder einen herzzerreißenden Roman voller Schmerz und unangenehmer Wahrheiten geschrieben. Seine Beschreibungen der kargen Insel Harris, des beschwerlichen Lebens dort und der schrulligen Inselbewohner haben mich sofort in den Bann gezogen. In der Mitte kam die Erzählung stellenweise nicht richtig vom Fleck. Für Cal habe ich mir einfach mehr gewünscht, und ich habe beim Lesen viel Wut empfunden, was aber sicher die Absicht des Autors war. Mich hat die Geschichte trotz aller Frustration nicht losgelassen – wer gerade den Kopf für einen tragischen Roman hat, sollte John of John eine Chance geben.