Gelungene Mischung aus Märchen, Science-Fiction und warmherzigem Humor

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bobo_hamburg Avatar

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Wieland Freunds "Juli im Land der Zeitgeister" ist ein charmantes Abenteuer, das die Freude an sprachlicher Kreativität und zeitphilosophischen Spielereien miteinander verbindet. Die Geschichte beginnt mit einem Paukenschlag – die Zeit bleibt stehen – und entfaltet sich schnell zu einer fantasievollen Erzählung über eine Welt, die buchstäblich von Uhren und ihren Geheimnissen regiert wird.

Die Protagonistin Juli ist sofort sympathisch: impulsiv, neugierig und nicht bereit, sich einfach mit merkwürdigen Umständen abzufinden. Ihre Begegnung mit dem rätselhaften Wesen Trim in der Kellerwerk der Großmutter ist herrlich komisch und bizarr – eine Kreatur mit Segelohren, spitzer Nase und metallischem Fell, die in der Sprache des Autors lebendig wird. Der alte Uhrmacher wiederum verkörpert einen klassischen Mentor-Archetyp, mysteriös und sachlich gleichzeitig.

Was besonders besticht, ist Freunds Erfindungsreichtum bei der Erschaffung einer eigenen sprachlichen Welt: Begriffe wie "Blümerant", "Gierpunsch" und "Galgenstrick" erscheinen zunächst verwirrend, wirken aber schnell authentisch und verleihen der Geschichte ihren ganz eigenen Ton. Die Erklärungen der zeitlichen Phänomene – etwa das "Zeitbeben" als Welle aus Keine-Zeit – sind originell gedacht.

Mit 18 Kapiteln und der Androhung mysteriöser Antagonisten (ein Zauberer Allrich mit unsichtbarem Hund, die rätselhafte "Unruh") verspricht die Geschichte reichlich Stoff für ein großes Abenteuer. Eine gelungene Mischung aus Märchen, Science-Fiction und warmherzigem Humor für junge Leser, die Wortspielen und fantastischer Logik zugeneigt sind.