Als die Zeit stehenblieb

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gullyhexe Avatar

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Schon das Cover hat mich sofort angesprochen: bunt, einladend und mit einem tollen Blickfang – die riesige Uhr im Hintergrund, davor Juli und der kleine Zeitgeist. Die Gestaltung passt genau zur Zielgruppe: verspielt, aber nicht kindisch. Man sieht dem Buch schon auf den ersten Blick an, dass hier eine fantasievolle Welt auf einen wartet.

Um Punkt 14:30 Uhr bleiben plötzlich alle Uhren im Haus von Julis Oma stehen – und mit ihnen die Oma selbst, mitten beim Muffinbacken. Juli begegnet daraufhin dem kleinen Zeitgeist Trim und findet sich unvermittelt in einer fremden Welt wieder, in der ebenfalls die Zeit stillsteht. Überzeugt hat mich, dass Freund den Stillstand konsequent zu Ende denkt, statt ihn nur als Kulisse zu nutzen. Nichts bewegt sich mehr, nirgends. Und genau darüber entsteht eine ganz eigene, fast unheimliche Atmosphäre, die aber nie bedrückend wirkt, sondern neugierig macht.

Auf ihrem Weg lernt Juli mehrere schräge Gestalten kennen, darunter eine Hexe und deren Fledermaus sowie einen alten Uhrmacher. Die Figuren haben mir gut gefallen, weil sie alle ihre eigene Motivation und Macke mitbringen und nicht nur Stichwortgeber für Juli sind. Juli selbst wirkt für eine Neunjährige glaubwürdig: neugierig, manchmal vorlaut, aber nie überzeichnet mutig.

Freunds Erzählweise ist leicht und macht Spaß zu lesen. Die Kapitel tragen kleine, witzige Ankündigungen als Überschrift, die einen sofort weiterlesen lassen wollen. Auch die kleinen Illustrationen fügen sich wunderbar in diese verspielte Welt ein.

Mein Fazit: „Juli im Land der Zeitgeister" ist ein warmherziges, klug konstruiertes Abenteuer über Mut und Zusammenhalt, das mich gut unterhalten hat. Ich empfehle es allen Kindern, die fantasievolle Welten mögen. Aber auch Erwachsenen, die gerne mit ihren Kindern gemeinsam lesen, wird die Geschichte Freude machen.