Was wäre, wenn es immer die gleiche Uhrzeit für alle bliebe?

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la tina Avatar

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Pünktlich um 14.30 Uhr bleiben alle Uhren in Omas Haus stehen. Selbst die Oma ist stehengelieben. Das geht so natürlich nicht! Also macht Juli sich gemeinsam mit Zeitgeist Trim und dem alten Uhrmacher auf ins Land der großen Uhr, welche sich hinter der alten Standuhr im Keller verbirgt. Die dortige Welt gleicht einem großen Ziffernblatt, über welches die Zeiger am Himmel hinweg gleiten. Doch die Zeiger bewegen sich keinen Millimeter, seitdem der Zauberer das Uhrwerk manipuliert hat. Zu welchem Zweck bloß?
Während ihres Abenteuers treffen die drei auf weitere Zeitgeister, eine pfiffige Reporterin sowie auf die Hexe Unruh. Deren Riesenfledermaus ist allerdings nachtaktiv, was das Reisen um ständige 14:30 Uhr schnell problematisch macht. Zudem macht Juli sich weitere Gedanken, was es für Vor- und Nachteile mit sich bringen könnte, wenn es dauerhaft Mittagszeit bleibt. Von der stillstehenden Oma ganz zu schweigen. Ein interessantes Gedankenspiel.
Der Weltenbau ist als wunderschöne Illustration mitsamt aller relevanten Details und einiger Zeitgeister im Buch abgebildet; viele weitere kleine Illustrationen verschönern das Buch. Zeitgeist Trim ist das katzenartige Wesen auf dem Cover, das zurecht ziemlich sauer auf den Zauberer ist und eine amüsante Art zu fluchen hat. Auch sonst hat das Buch viele unterhaltsame Details zu bieten.
Kritisieren muss ich allerdings ebenfalls ein paar Punkte. Generell tendiert das Buch wiederholt zu einer leicht aggressiven Grundstimmung, bedingt durch die Verhaltensweisen einiger Charaktere. Das könnten einige Kinder als unangenehm empfinden. Trim gestehe ich zu, ab und an ein kleiner Wüterich zu sein, immerhin ist es seine Himmelsuhr, die da manipuliert wurde. Was mich jedoch störte war, dass einige Charaktere zu Handlungen gezwungen werden, die sie nicht wollen. Einmal betrifft es Juli (sie soll mit alten Damen Torte essen), wo ich mir gewünscht hätte, dass sie, statt brav mitzuspielen, ihre Grenzen aufgezeigt hätte, dass fremde Erwachsene nicht einfach alles mit ihr machen können. Sowas ist wichtig. Ebenso wie an anderer Stelle, als die Hexe Unruh, die optisch leider dem Klischee der bösen Hexe von Oz entspricht, mal ihre Fledermaus, mal einen Zeitgeist mit Gewalt zu etwas zwingt. Alle wissen, dass es falsch ist. Das fühlt man mit jeder Silbe. Doch niemand sagt etwas gegen ihre Übergriffigkeit. Das sind so Stellen, an denen das Buch falsche Signale sendet, über welche mit den Kindern geredet werden sollte.
Aufgrund der nicht allzu komplizierten Handlung, des lockeren Schreibstils und der recht niedlichen Illustrationen würde ich das Buch zum Vorlesen oder (je nach Lesestärke) Gemeinsamlesen je nach Kind ab 7 Jahren oder zum späteren Selbstlesen empfehlen. Der Verlag empfiehlt das Buch ab 9 Jahren.