Familienerbe
Wie in "Lügen über meine Mutter" (2022) versucht Daniela Dröscher, über sich und ihre Familie, besonders ihre Mutter zu erzählen, ohne sie bloßzustellen. Im Gegenteil, das Schreiben hilft "uns zu retten".
Die Ich-Erzählerin, in vielen Einzelheiten der Autorin gleichend, hat gerade ihre Doktorarbeit abgeschlossen und sollte sich für die "Verteidigung" vorbereiten, gemeint ist das Rigorosum, die mündliche Prüfung. Stattdessen bekommt sie heftige Halsschmerzen und immer neue Symptome, die sie zwingen, ihren schwächelnden Körper vor unzähligen Ärzten zu "verteidigen". Am liebsten würde sie einfach immer ihre Mutter anrufen - sie ist schließlich für ihr Wohlergehen zuständig. Das hat ihre Psychotherapeutin ihr verboten. Sie macht es trotzdem immer wieder, denn die Mutter ist es, so hält es der Vater ihr vor, die durch ihre Körperfülle die Scham, die Schuld, die Sühne der Familie zu verantworten hat. Im Kampf mit dem rebellierenden Körper und der akademischen Karriere, die sie mit Exzellenz abzuschließen gedenkt, stehen ihr außer ihrem Kater eine tatkräftige Freundin, deren Kind sie manchmal betreut, und telefonisch ihr in London lebender Bruder bei, dessen Hochzeit mit seinem Lebensgefährten bevorsteht. Eine Verbindung zu einem akademischen Arbeitskollegen scheint sich anzubahnen und eine begehrte Stelle wird ihr angeboten - und doch kommt es zu einem ganz unerwarteten Ende.
Die Autorin schildert detailliert vor allem Krankheitsverläufe, manchmal allzu ausführlich und bis an den Rand des Erträglichen, ihre leise Selbstironie und die Abschweifungen in das Thema der Doktorarbeit über den Hochstapler George oder die Poesie der archaischen Wörter aus dem Grimm'schen Wörterbuch, die O. ihr manchmal zusendet, halten den Leser dennoch bei der Stange.
Die Ich-Erzählerin, in vielen Einzelheiten der Autorin gleichend, hat gerade ihre Doktorarbeit abgeschlossen und sollte sich für die "Verteidigung" vorbereiten, gemeint ist das Rigorosum, die mündliche Prüfung. Stattdessen bekommt sie heftige Halsschmerzen und immer neue Symptome, die sie zwingen, ihren schwächelnden Körper vor unzähligen Ärzten zu "verteidigen". Am liebsten würde sie einfach immer ihre Mutter anrufen - sie ist schließlich für ihr Wohlergehen zuständig. Das hat ihre Psychotherapeutin ihr verboten. Sie macht es trotzdem immer wieder, denn die Mutter ist es, so hält es der Vater ihr vor, die durch ihre Körperfülle die Scham, die Schuld, die Sühne der Familie zu verantworten hat. Im Kampf mit dem rebellierenden Körper und der akademischen Karriere, die sie mit Exzellenz abzuschließen gedenkt, stehen ihr außer ihrem Kater eine tatkräftige Freundin, deren Kind sie manchmal betreut, und telefonisch ihr in London lebender Bruder bei, dessen Hochzeit mit seinem Lebensgefährten bevorsteht. Eine Verbindung zu einem akademischen Arbeitskollegen scheint sich anzubahnen und eine begehrte Stelle wird ihr angeboten - und doch kommt es zu einem ganz unerwarteten Ende.
Die Autorin schildert detailliert vor allem Krankheitsverläufe, manchmal allzu ausführlich und bis an den Rand des Erträglichen, ihre leise Selbstironie und die Abschweifungen in das Thema der Doktorarbeit über den Hochstapler George oder die Poesie der archaischen Wörter aus dem Grimm'schen Wörterbuch, die O. ihr manchmal zusendet, halten den Leser dennoch bei der Stange.