Gefällt mir richtig gut

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fraulustig Avatar

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K-Pop Academy kommt ziemlich genau zur richtigen Zeit. Der K-Pop-Demon-Hunters-Hype ist gerade überall und die Kombination aus Idols, Glitzer, Girlpower und Dämonen scheint momentan einfach den Nerv zu treffen.

Trotzdem hatte ich beim Lesen nicht das Gefühl, hier nur einen bekannten Trend in Buchform serviert zu bekommen. Die Geschichte hat ihren ganz eigenen Academy-Vibe und vor allem Hana hat mir als Hauptfigur gut gefallen. Sie kommt nicht als völlig ahnungslose Anfängerin an die Schule, sondern weiß durchaus, was sie kann.
Gleichzeitig merkt man schnell, dass Talent allein an dieser Academy nicht reicht. Hier geht es um Konkurrenz, Leistungsdruck, Hierarchien und vor allem um die Angst, nicht gut genug zu sein.

Überhaupt fand ich den Gedanken spannend, dass die Dämonen genau dort ansetzen. Denn eigentlich ist eine K-Pop-Academy ja schon ohne übernatürliche Wesen ein ziemlich perfekter Ort für Selbstzweifel. Alle sind talentiert, alle wollen nach oben und ständig wird verglichen. Dass sich daraus eine dunkle Bedrohung entwickelt, passt erstaunlich gut.
Besonders Spaß gemacht haben mir die Dynamik zwischen Hana, Nari und Tae und die kleinen Momente abseits des großen Dämonen-Plots. Die Szene mit dem Ramyeon zum Beispiel hat für mich viel von diesem typischen Academy-Gefühl eingefangen. Gleichzeitig sorgt Soojin als selbstbewusste Goldlöffel-Dame für ordentlich Reibung. Ganz ehrlich: Solche Figuren dürfen für mich ruhig erstmal nerven. Sie machen eine Geschichte schließlich interessanter.
Was mir außerdem gefällt, ist das Tempo. Die Geschichte kommt schnell in Gang, die Kapitel sind kurz und ständig passiert irgendetwas. Das liest sich weniger wie ein klassischer Fantasyroman und eher wie eine Serie, bei der man nach jeder Folge denkt: Na gut, eine geht noch. Für die Zielgruppe ab zehn Jahren finde ich das ziemlich passend, gerade auch für Kinder, die sich mit dicken Büchern sonst eher schwer tun.

Natürlich merkt man auch, dass das Buch sehr nah an einem gerade extrem angesagten Thema liegt. Wer K-Pop Demon Hunters kennt, wird vermutlich automatisch Parallelen ziehen. Das lässt sich bei dieser Kombination aus K-Pop und Dämonen kaum vermeiden. Für mich ist aber gerade interessant, was die Reihe daraus macht und ob sie sich in den kommenden Bänden noch stärker von diesem aktuellen Hype lösen kann.
Der QR-Code mit dem passenden Song ist dabei ein ziemlich cleveres Extra. Dadurch bleibt K-Pop hier nicht nur Kulisse, sondern wird tatsächlich Teil des Leseerlebnisses.

Mein Fazit nach dem Auftakt: kein Buch, das die Welt der Fantasy neu erfindet, aber eines, das ziemlich genau weiß, für wen es geschrieben ist und was gerade Spaß macht. K-Pop, Academy-Drama, Freundschaft, ein bisschen Zickenkrieg und Dämonen, die ausgerechnet von unseren Unsicherheiten leben. Das funktioniert erstaunlich gut.

Und jetzt möchte ich natürlich wissen, was hinter diesen Schatten steckt. Denn nach diesem ersten Band wäre es irgendwie enttäuschend, wenn der größte Kampf an der K-Pop Academy tatsächlich nur auf der Tanzfläche stattfinden würde.