K-Pop, Trainees an einer Academy und plötzlich Dämonen?

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annah2602 Avatar

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K-Pop, eine Eliteakademie und Dämonen, die sich von den Ängsten und negativen Gefühlen der Menschen ernähren. Die Idee fand ich auf jeden Fall interessant, denn die Mischung aus Musik, einer strengen Akademie und übernatürlichen Gefahren verspricht eine spannende Geschichte. Ganz überzeugen konnte mich der Auftakt allerdings nicht.

Hana Kim hat es geschafft, einen begehrten Platz an der K-Pop Academy zu ergattern. An der K-Pop Academy herrschen strenge Hierarchien. Die Einteilung in „Goldlöffel“ und „Silberlöffel“ macht deutlich, dass nicht alle Trainees dieselben Voraussetzungen haben und manche offenbar von Anfang an einen besseren Stand genießen als andere. Gleichzeitig lastet ein enormer Druck auf den Schülerinnen: An der KPA scheint das Motto zu gelten, dass man entweder perfekt ist oder rausfliegt. Wer mithalten will, muss Leistung bringen und darf sich möglichst keine Schwäche erlauben.

Als wäre das nicht schon Herausforderung genug, entdeckt Hana plötzlich dunkle Schatten, die offenbar niemand außer ihr wahrnehmen kann. Ihr eigenes Spiegelbild wirkt immer dunkler, beinahe so, als würde ihr eine fremde Person entgegenblicken. Nach und nach erkennt Hannah, dass sich Schatten an der Akademie ausbreiten und dahinter Dämonen stecken, die sich von Angst, Hass und Neid ernähren. Und ausgerechnet Hana soll sich ihnen entgegenstellen. Dafür muss sie ein Team zusammenstellen und ausgerechnet an einem Ort, an dem alle um ihren eigenen Erfolg kämpfen, lernen, anderen zu vertrauen. Besonders spannend fand ich die Idee, dass die Dämonen die Unsicherheiten der Menschen ausnutzen. Das passt gut zum Leistungsdruck an der Akademie, wo ständig Erwartungen erfüllt werden müssen und die Angst, nicht gut genug zu sein, andauernd da ist.

Während einer weiteren Probe wird Hana von Sujean zurecht gewiesen, dass sie an der Academy nichts zu suchen hätten mit den Worten: "Sie soll hier raus. Sie hat hier nichts zu suchen". Kim antwortet darauf: "Sie hat einen Namen. Ich bin Hana Kim und ich gehöre genau so hierher wie du.“ Für mich steckt darin viel von dem, worum es in der Geschichte geht: Hannah will sich nicht einfach in eine Rangordnung einfügen lassen oder sich von anderen sagen lassen, welchen Platz sie verdient. Sie möchte beweisen, dass sie genauso dazugehört wie alle anderen. Gerade angesichts der Hierarchien und der Einteilung in Gold- und Silberlöffel bekommt dieser Gedanke zusätzliches Gewicht.

Ich fand eine Szene während einer Tanzprobe einprägsam, die mir im Gedächtnis geblieben ist.. Als eine andere Tänzerin ins Straucheln gerät und Hannah die Schatten bemerkt, greift sie ein und stellt sich dem Dämon entgegen. Für die anderen sieht es allerdings so aus, als würde sie einfach ihren eigenen Auftritt daraus machen. Statt Anerkennung zu bekommen, bringt sie sich damit in Schwierigkeiten. Sie handelt instinktiv, obwohl sie damit ihre eigene Zukunft an der Schule aufs Spiel setzt. Das zeigt, dass ihr Menschlichkeit wichtiger ist als der perfekte Auftritt.

Die Wendung, dass Hannah tatsächlich eine Aufgabe im Kampf gegen die Dämonen übernehmen soll, fand ich ebenfalls interessant. Die Direktorin erklärt ihr, dass die Schatten die Akademie zunehmend erobern. Hannah besitzt offenbar die nötigen Kampffähigkeiten, um sich ihnen entgegenzustellen. Sie darf sogar selbst entscheiden, ob sie bleibt, und ein eigenes Team aus Trainees zusammenstellen. Damit bekommt die Geschichte neben dem Kampf um den Platz an der Akademie noch eine weitere Ebene: Hannah muss nicht nur gegen die Dämonen bestehen, sondern auch Menschen finden, die bereit sind, mit ihr zusammenzuarbeiten.

Spannend fand ich die Frage, warum Hannahs Freunde die Schatten nicht sehen können. Sie versucht, ihnen ihre Wahrnehmung verständlich zu machen, und erinnert sich dabei an die Worte ihres Trainers: „Wenn andere nicht sehen, dann bringe es ihnen bei.“ Hannah muss lernen, anderen zu erklären, was sie selbst längst erkannt hat. Dabei geht es nicht nur um die Dämonen, sondern auch darum, Menschen für Dinge zu sensibilisieren, die sie lieber übersehen.

Doch warum bleiben manche Figuren von den Schatten scheinbar verschont? Gerade bei Sujean hatte ich das Gefühl, dass hinter ihrer perfekten Fassade mehr steckt, als zunächst sichtbar ist. Obwohl sie lächelt, hat Hannah das Gefühl, dass etwas fehlt. Sie wirkt auf sie, als würde sie kein Herz haben, während Schatten um sie herum und durch den Raum ziehen. Gleichzeitig scheinen die Dämonen Sujean auffällig oft zu verschonen. Hannah fragt sich deshalb, ob hinter ihrer perfekten Fassade mehr steckt. Vielleicht ist ihr Selbstvertrauen eine Art Schutzschild, oder sie ist auf andere Weise mit den Schatten verbunden. Hier hätte ich gerne noch mehr erfahren.

Trotz dieser spannenden Ansätze gab es für mich auch Schwächen. Einige Dialoge wirkten stellenweise etwas gekünstelt und gezwungen. Dadurch fühlten sich manche Szenen nicht ganz natürlich an. Außerdem hätte ich mir an einigen Stellen mehr Tiefe bei den Figuren und ihrer Entwicklung gewünscht. Gerade die Hierarchien an der Akademie, der Druck unter den Trainees und die Verbindung zwischen den Dämonen und den negativen Gefühlen bieten viel Potenzial, das für mich noch stärker hätte ausgeschöpft werden können.

Beim Lesen musste ich immer wieder an den Film K-Pop Demon Hunters denken. Die Kombination aus K-Pop, Tanz und dem Kampf gegen Dämonen erinnert stark an den Netflix-Film. Auch hier stehen junge Frauen im Mittelpunkt, die sich in der Welt des K-Pop behaupten und gleichzeitig gegen übernatürliche Gefahren kämpfen müssen. Während im Film eine Girlgroup als Dämonenjägerinnen unterwegs ist, spielt sich die Geschichte im Buch hauptsächlich Academy ab. Die Ähnlichkeiten sind für mich unverkennbar, auch wenn die Geschichte mit Hana und ihren Mitschülerinnen ihren eigenen Weg einschlägt.
Einerseits gefällt mir diese Mischung, weil ich den Film K-Pop Demon Hunters sehr mag und die Idee grundsätzlich spannend finde. Andererseits fällt es mir dadurch schwer, das Buch als etwas wirklich Eigenständiges wahrzunehmen. Ich hätte mir gewünscht, dass die Geschichte sich deutlicher von diesem Konzept abhebt und mehr eigene Ideen entwickelt. Ob diese Ähnlichkeiten bewusst entstanden sind, kann ich natürlich nicht beurteilen.