Kurzweilig, aber wenig Korea-Feeling

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skymichaelis Avatar

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Kurzweiliges Kinderbuch über Mut und Zusammenhalt. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Hana, die ihre Zeit als Trainee an der KPop Academy beginnt. Dort lernt sie Nari und Taeyang kennen. Gemeinsam mit ihnen rückt jedoch schnell etwas anderes als Tanz und Gesang in den Fokus. Die drei sollen trainieren, um die Academy vor Dämonen zu schützen. Das stellt sich als gar nicht so einfach heraus, denn die Dämonen nähren sich von Ängsten und Unsicherheiten und verstärken diese. Der erste Song der Trainees ist zudem online verfügbar.

KPop Academy möchte offensichtlich an den Erfolg von KPop Demon Hunters anknüpfen. Das finde ich grundsätzlich überhaupt nicht schlimm, denn ich mag KPop Demon Hunters sehr. Die Geschichte zeigt, dass sich KPop und Fantasy wunderbar miteinander verbinden lassen. Allerdings werden dort koreanische Kultur, Sprache und das allgemeine KPop-Gefühl deutlich authentischer und selbstverständlicher eingebunden. Genau hier liegen auch meine größten Kritikpunkte an diesem Buch. Es wurde nur sehr wenig koreanische Kultur in die Geschichte eingeflochten. Mit wenigen Änderungen könnte die Handlung genauso gut in den USA oder an einem anderen Ort der Welt spielen. Auch ein echtes Alleinstellungsmerkmal gegenüber KPop Demon Hunters hat mir leider gefehlt. Die Handlung ist zudem recht vorhersehbar, wobei ich das bei einem Kinderbuch nicht allzu kritisch bewerten würde.

Positiv hervorzuheben ist, dass sich das Buch sehr flüssig liest und leicht verständlich geschrieben ist. Werte wie Mut, Freundschaft und Zusammenhalt stehen klar im Vordergrund. Auch das Thema, sich den eigenen Ängsten zu stellen, ist für Kinder und Jugendliche wichtig und gelungen umgesetzt. Die Zielgruppe wird vermutlich auch weniger stören als mich, dass die Bezüge zur koreanischen Kultur eher oberflächlich bleiben.

Der Song ist insgesamt in Ordnung. Seine Struktur erinnert an KPop, wirkt aber etwas beliebig. Schade fand ich außerdem, dass er komplett auf Englisch ist. Zwar veröffentlichen viele KPop Artists inzwischen vermehrt englische Songs, doch ein großer Teil des Reizes liegt für mich gerade darin, die koreanische Sprache zu hören. Auch hier hatte ich wieder das Gefühl, dass der Song genauso gut aus jedem anderen Land stammen könnte.

Etwas irritiert haben mich außerdem die auf Deutsch übersetzten Songzeilen im Buch. KPop Artists singen in der Regel auf Koreanisch und Englisch. Dadurch kam bei mir kaum Korea Feeling auf. Möglicherweise liegt das an der Übersetzung, dennoch hätte ich es schöner gefunden, wenn die originalen koreanischen Texte oder zumindest englische Passagen übernommen worden wären. Mit einer kurzen Erklärung im Text wäre das auch für Kinder und Jugendliche gut verständlich gewesen. Deutsche KPop Texte wirken auf mich dagegen eher ungewohnt.

Am Ende reicht es für mich persönlich leider nicht für mehr als drei Sterne. Ich hatte zunächst überlegt, vier Sterne zu vergeben, weil sich das Buch an eine deutlich jüngere Zielgruppe richtet. Dennoch finde ich, dass es einige Schwächen hat. Für zwischendurch ist es aber durchaus eine unterhaltsame Lektüre.