Agentenchaos
Auf der Nordseeinsel Amrum arbeitet die Polizistin Luzy Morgenroth, die versucht, ihre dunkle Vergangenheit als frühere BKA-Personenschützerin hinter sich zu lassen. Als ein mysteriöser Fall die Insel erschüttert, wird Luzy jedoch erneut in die Welt der Geheimdienste hineingezogen. Dabei holt sie ihre Vergangenheit schneller ein, als ihr lieb ist.
"Kälter" war mein erstes Buch von Andreas Pflüger, und entsprechend hoch waren meine Erwartungen. Die vielen positiven Stimmen zu seinen früheren Werken haben mich neugierig gemacht, vielleicht sogar etwas zu sehr. Denn am Ende bin ich mit einem recht zwiespältigen Eindruck aus diesem Thriller gegangen. Zunächst hat mich die Hauptfigur Luzy Morgenroth wirklich interessiert. Eine Polizistin auf Amrum, die auf den ersten Blick beinahe unscheinbar wirkt, gleichzeitig aber eine Vergangenheit als Personenschützerin beim BKA mit sich trägt. Dieses Zusammenspiel aus äußerer Normalität und inneren Schatten fand ich spannend. Man ahnt schnell, dass Luzy mehr gesehen und erlebt hat, als sie zeigt.
Die Atmosphäre anfangs auf Amrum ist für mich eines der Highlights des Buches. Stürmisch, dunkel, kalt und abgeschieden, ein perfekter Schauplatz für einen Thriller. Man spürt das raue Wetter und die permanente Bedrohung, die über der Insel hängt. Das Setting hat mich sofort abgeholt und in die Geschichte hineingezogen. Doch ab dem Moment, in dem Luzy wieder in die Welt der Geheimdienste zurückkehrt, wurde es für mich zunehmend schwierig. Die Handlung schwenkt von einem atmosphärischen Inselthriller zu einer überladenen Agentenstory, die immer mehr an Glaubwürdigkeit verliert. Vieles wirkte auf mich maßlos übertrieben, fast so, als wolle der Autor krampfhaft immer noch eine Schippe drauflegen.
Ein Punkt, der mich besonders gestört hat, war die Darstellung von Luzys körperlichen Fähigkeiten. Sie wird als übergewichtige 50-Jährige beschrieben, was völlig in Ordnung ist und sogar interessant sein könnte. Aber dann führt sie Aktionen aus, die selbst für eine extrem fit trainierte Person unrealistisch wirken. Dadurch entstand für mich eine deutliche Diskrepanz zwischen Figur und Handlung. Das machte es schwer, der Geschichte zu folgen oder die dramatischen Szenen ernst zu nehmen. Auch der Schreibstil hat meinen Zugang zum Buch erschwert. Er wirkt sehr kühl, emotionslos und teilweise sperrig. Das mag für manche Leser genau der richtige Ton sein, für mich hat es aber verhindert, wirklich eine Verbindung zu den Figuren aufzubauen.
Am Ende bleibt für mich das Gefühl, dass "Kälter" phasenweise spannend und atmosphärisch stark ist, aber insgesamt zu viel will. Der Mix aus überzogener Agentenstory, unrealistischen Handlungen und einem sehr nüchternen Stil hat mich immer wieder geblockt. Trotz allem bin ich froh, das Buch gelesen zu haben, denn Pflüger hat definitiv seinen eigenen Ton und versucht, neue Perspektiven zu schaffen. Dennoch weiß ich nicht, ob "Kälter" der richtige Einstieg für mich war.
"Kälter" war mein erstes Buch von Andreas Pflüger, und entsprechend hoch waren meine Erwartungen. Die vielen positiven Stimmen zu seinen früheren Werken haben mich neugierig gemacht, vielleicht sogar etwas zu sehr. Denn am Ende bin ich mit einem recht zwiespältigen Eindruck aus diesem Thriller gegangen. Zunächst hat mich die Hauptfigur Luzy Morgenroth wirklich interessiert. Eine Polizistin auf Amrum, die auf den ersten Blick beinahe unscheinbar wirkt, gleichzeitig aber eine Vergangenheit als Personenschützerin beim BKA mit sich trägt. Dieses Zusammenspiel aus äußerer Normalität und inneren Schatten fand ich spannend. Man ahnt schnell, dass Luzy mehr gesehen und erlebt hat, als sie zeigt.
Die Atmosphäre anfangs auf Amrum ist für mich eines der Highlights des Buches. Stürmisch, dunkel, kalt und abgeschieden, ein perfekter Schauplatz für einen Thriller. Man spürt das raue Wetter und die permanente Bedrohung, die über der Insel hängt. Das Setting hat mich sofort abgeholt und in die Geschichte hineingezogen. Doch ab dem Moment, in dem Luzy wieder in die Welt der Geheimdienste zurückkehrt, wurde es für mich zunehmend schwierig. Die Handlung schwenkt von einem atmosphärischen Inselthriller zu einer überladenen Agentenstory, die immer mehr an Glaubwürdigkeit verliert. Vieles wirkte auf mich maßlos übertrieben, fast so, als wolle der Autor krampfhaft immer noch eine Schippe drauflegen.
Ein Punkt, der mich besonders gestört hat, war die Darstellung von Luzys körperlichen Fähigkeiten. Sie wird als übergewichtige 50-Jährige beschrieben, was völlig in Ordnung ist und sogar interessant sein könnte. Aber dann führt sie Aktionen aus, die selbst für eine extrem fit trainierte Person unrealistisch wirken. Dadurch entstand für mich eine deutliche Diskrepanz zwischen Figur und Handlung. Das machte es schwer, der Geschichte zu folgen oder die dramatischen Szenen ernst zu nehmen. Auch der Schreibstil hat meinen Zugang zum Buch erschwert. Er wirkt sehr kühl, emotionslos und teilweise sperrig. Das mag für manche Leser genau der richtige Ton sein, für mich hat es aber verhindert, wirklich eine Verbindung zu den Figuren aufzubauen.
Am Ende bleibt für mich das Gefühl, dass "Kälter" phasenweise spannend und atmosphärisch stark ist, aber insgesamt zu viel will. Der Mix aus überzogener Agentenstory, unrealistischen Handlungen und einem sehr nüchternen Stil hat mich immer wieder geblockt. Trotz allem bin ich froh, das Buch gelesen zu haben, denn Pflüger hat definitiv seinen eigenen Ton und versucht, neue Perspektiven zu schaffen. Dennoch weiß ich nicht, ob "Kälter" der richtige Einstieg für mich war.