Ein Sommer, der nie ganz vergangen ist

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balileyolaf Avatar

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Die Leseprobe von Kala entfaltet sofort eine starke Atmosphäre. Im Mittelpunkt steht eine enge Clique Jugendlicher im irischen Küstenort Kinlough, deren gemeinsamer Sommer von Freiheit, Mutproben und intensiver Nähe geprägt ist. Schon früh liegt jedoch ein Schatten über diesen Erinnerungen: Kala ist verschwunden, und ihr Fehlen durchzieht den Text wie ein leiser, beständiger Schmerz.

Der Schreibstil ist eindringlich, sehr bildhaft und von großer sprachlicher Kraft. Sinneseindrücke, Hitze, Bewegung und Gruppendynamik werden so lebendig beschrieben, dass man sich mitten in diesen Sommer hineinversetzt fühlt. Besonders gelungen ist der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart, der zeigt, wie stark das Verschwundene bis ins Heute nachwirkt.

Die Figuren wirken authentisch und vielschichtig, getragen von Freundschaft, Loyalität und unausgesprochenen Spannungen. Kala ist weniger ein klassischer Kriminalroman als eine Geschichte über Erinnerung, Schuld und das Erwachsenwerden.

Ich möchte weiterlesen, weil dieser Roman eine starke emotionale Sogwirkung entwickelt und spürbar macht, wie ein einziger Sommer ein ganzes Leben prägen kann.