Sommer, Freundschaft – und ein Verschwinden, das alles überschattet
Die Leseprobe hat mich sofort gepackt, weil sie diese besondere Mischung aus Jugend, Freiheit und unterschwelliger Bedrohung trifft. Der Einstieg mit der Clique im Sommer 2003 fühlt sich wild, intensiv und voller Lebenslust an – und kippt dann abrupt, als Kala verschwindet. Der Stil ist sehr bildhaft und rhythmisch, fast schon rauschhaft, was die Nähe zwischen den Figuren gut spürbar macht. Gleichzeitig fordert das Lesen Aufmerksamkeit, weil viele Stimmen, Namen und Zeitebenen zusammenkommen. Besonders stark fand ich die Atmosphäre des kleinen Küstenorts und das Gefühl, dass Vergangenheit hier nie wirklich vorbei ist. Kein schneller Thriller, sondern ein literarischer Roman mit Sog, der langsam unter die Haut geht und lange nachwirkt.