Vermisst seit 2003

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xirxe Avatar

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In einem irischen Küstenort kehren im Sommer 2018 mehrere ehemalige Jugendliche zurück, deren Freundschaft durch das rätselhafte Verschwinden von Kala im Jahr 2003 geprägt wurde; aus wechselnden Perspektiven entfaltet sich ein Netz aus Erinnerung, Schuld, Begehren und unausgesprochenen Konflikten, während ein aktueller Leichenfund die Vergangenheit bedrohlich wieder an die Oberfläche spült.
Walsh kann richtig gut schreiben. Der Text hat Drive, Musikalität, diese leicht fiebrige, sommerlich-schwitzige Energie kommt überzeugend rüber. Besonders beeindruckend ist die die Fahrrad-Szene am Anfang: fantastisch, man sieht den Film direkt vor sich. Dazu die Gerüche, die Hitze, Bier, Körper – man fühlt, riecht, spürt es fast schon. Die verschiedenen Ich-Stimmen (Mush, Helen, Joe) funktionieren erstaunlich gut und sind glaubwürdig, wirken lebendig und echt. Jede klingt anders, hat eigene Haltung, eigenes Tempo.
Dennoch scheint eine leicht unheimliche Stimmung zu herrschen. Man spürt: Hier ist irgendwas faul, auch wenn alle so tun, als wäre alles normal.
Das Cover ist auf den ersten Blick nichts Besonderes, wenn da nicht das Durchgestrichene wäre, das signalisiert, dass wohl Manches am liebsten vergessen werden würde. Gefällt mir 😊