Atmosphärisch, aber nicht ganz überzeugend

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eileenttk Avatar

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In „Kala“ kehren mehrere ehemalige Freunde Jahre nach ihrer Jugend in ihre irische Heimatstadt zurück. Der Auslöser ist das Verschwinden ihrer Freundin Kala, das nie wirklich aufgeklärt wurde. Als neue Hinweise auftauchen, rückt das, was damals passiert ist, wieder in den Mittelpunkt.

Was mir direkt gefallen hat, war die Atmosphäre. Das Buch ist sehr dicht erzählt, teilweise düster und trägt konstant so ein unterschwelliges Gefühl von Unruhe mit sich. Gleichzeitig hatte ich beim Lesen aber immer wieder Schwierigkeiten, richtig reinzukommen. Es gibt viele verschiedene Figuren und obwohl es am Anfang eine Übersicht der Beziehungen gibt (zum Glück), bin ich trotzdem oft durcheinander gekommen. Wer steht gerade in welcher Beziehung zu wem? Wer gehört zu welcher Dynamik? Das hat es für mich stellenweise anstrengend gemacht, der Geschichte zu folgen.

Was mich am meisten gestört hat, war aber der Aufbau. Es gibt immer wieder Momente, in denen Spannung entsteht und man denkt, jetzt geht es tiefer rein. Und genau dann wechselt die Perspektive oder die Zeitebene wieder. Dadurch bricht die Spannung oft ziemlich abrupt ab und man ist plötzlich wieder wo ganz anders. Für mich hat sich das Lesen dadurch teilweise echt gezogen.

„Kala“ hat auf jeden Fall starke Ansätze und lebt sehr von seiner Stimmung und den Figuren. Gleichzeitig verliert sich die Geschichte für mein Empfinden ein Stück weit in ihrer eigenen Struktur.

Am Ende ist es ein Buch, das mich atmosphärisch abgeholt hat, mich insgesamt aber nicht ganz erreichen konnte.