Atmosphärisch und nervenzerfetzend

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prinzessinbutterblume Avatar

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Ich habe eben dieses Buch geendet und wow, was war das für ein Ritt. Das letzte Drittel war ein nervenzerfetzender Ritt, ein Cliffhanger nach dem anderen - Hochspannung garantiert! Aber worum geht es überhaupt? Es geht um Kala, die vor 15 Jahren in dem kleinen irischen Städtchen Kinlough verschwand. Jetzt treffen drei Freunde der alten Clique wieder aufeinander und auf einmal werden in der Stadt menschliche Überreste gefunden. Was hat es damit auf sich und welches Geheimnis tragen die Freunde mit sich herum? Was ist damals wirklich mit Kala passiert?

"Kala" wird aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt - die Freunde Helen, Joe und Mush kommen jeweils zu Wort, alle haben ihre ganz eigenen Erfahrungen und Sichtweisen und das macht die Geschichte wirklich spannend. Dem Autor ist es auch wirklich gut gelungen, allen dreien eine eigene Erzählstimme zu geben. Innerhalb eines jeden Kapitels wechselt die Erzählung immer zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Wir erfahren, was heute in dem kleinen Städtchen vor sich geht, aber auch, wie die Freundschaften mit Kala entstanden sind, wer sie gewesen ist, wer die Freunde waren und was die Ereignisse noch heute mit ihnen machen.

Die Geschichte baut sich gemächlich auf, hat aber schnell einen Sog entwickelt, dem ich mich nicht entziehen konnte. Die Sprache ist wunderbar atmosphärisch, das hier ist definitiv kein einfacher Thriller, sondern ein Roman, der von Figurentiefe und von Bildern und Stimmungen lebt. Das Ende war dann wirklich nochmal außerordentlich spannend und hat mich absolut mitgerissen.

Ich bin begeistert - ein sehr lesenswerter und äußerst fesselnder Coming-of-Age-Roman, ein atmosphärischer Thriller, eine Sozial-Studie eines irischen Städtchens und ganz einfach ein sehr guter Roman!