Ein eindrucksvoller Debütroman.
Das sommerliche Cover mit Gras bewachsener Hügellandschaft gibt einen friedlichen Eindruck wider, mit unscharf festgehaltenen Personen im Zentrum – wie eine verträumte Erinnerung. Die Gegenwart im Sommer 2018 in der Kleinstadt Kinlough an der Westküste Irlands lässt drei Jugendfreunde aus 2003 wieder zufällig zusammenkommen anlässlich einer anstehenden Hochzeit bzw. wegen eines musikalischen Revival-Pubauftritts. Schockierende Ereignisse rund um die immer noch unzertrennliche Clique entfalten sich sprachlich spannend verpackt. Die verschiedenen Charaktere der Protagonisten kommen brillant beschrieben zur Geltung. Die rasanten Twists und fesselnden Turns lassen in der Gegenwart Schuldgefühle, Albträume, aber auch erneute Zärtlichkeit aufkommen. An vier Tagen im Sommer 2018 werden kriminelle und ethisch verwerfliche Geschehnisse aus 2003 aufgeklärt, nostalgisch verbrämt mit erster Liebe zwischen Joe und Kala, mit ersten Bandauftritten mit 15 Jahren, gemeinsamen Mutproben mit dem Fahrrad etc. Immer noch geben sie sich untereinander Sicherheit, machen sich gegenseitig Mut, kämpfen gemeinsam für mehr Aufklärung. Unter Offenlegung ihrer emotionalen, auch gescheiterten Wahrheiten erhält der Roman viel Tiefe. Aus ihren Perspektiven berichten Helen, Joe und Mush, teilweise in der Ich-Form. Auch die Jugendsprache wirkt authentisch in teils tiefsinnigen Dialogen. Die Figurenzeichnung mit vielfältigem Innenleben macht nicht nur die Hauptpersonen sehr lebendig. Der Kontrast zwischen Gut und Böse verleiht dem Roman eine unglaubliche Intensität.