Erschreckende Geheimnisse in Kinlough

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rosenfreund Avatar

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Im stimmungsvollen Setting des Covers erleben wir die Natur Irlands mit Jugendlichen im hohen Gras, wobei eine Person durchgestrichen ist. Ist das Kala, die Namensgeberin des Werkes? Kala ist nämlich der Dreh- und Angelpunkt, an dem die gesamte Problematik dieses kleinen Ortes, Kinlough, an der Westküste Irlands, aufgedröselt wird.
6 Jugendliche erleben in 2003 den Sommer ihres 16-jährigen Lebens mit viel Alkohol, Zigaretten und heimlichen nächtlichen Erkundungstouren. Dabei werden sie in gefährliche Dinge verwickelt. Kurz nach Halloween verschwindet die mutterlose Kala, die bei ihrer Großmutter aufwächst, dann spurlos.
Die Polizei ermittelt nur schlampig, so dass ihr Verbleib niemals aufgeklärt wird.
15 Jahre später treffen sich Joe, Mush und Helen zur Hochzeit von Helens Vater mit der Mutter von Aidan, ehemals Cliquenmitglied, der inzwischen Selbstmord begangen hat. Sie bringt ihre Zwillinge Marie und Donna mit in die Beziehung.
Joe konnte eine Karriere als erfolgreicher Musiker starten, Mush hat den Ort niemals verlassen, hilft seiner Mutter im Café, und Helen arbeitet als freiberufliche Journalistin in Montreal.
Die drei Freunde hatten sich aus den Augen verloren und werden nun durch den Fund von Kalas Leiche wieder zusammengeschweißt, denn es gilt zu ermitteln, wer ihre Freundin ermordet hat. Sie fühlen sich irgendwie mitverantwortlich und schuldig. Plötzlich sind dann auch die Zwillinge verschwunden. Gibt es einen Zusammenhang zwischen Kalas Tod und den aktuellen Ereignissen?
Es werden unglaubliche Dinge ans Tageslicht befördert und sehr viele Fragen aufgeworfen. Woher kommen Mushs Narben, wer hat Kalas Schädel zertrümmert, wo sind die Zwillinge, wer sind Kalas Mutter und ihr Erzeuger, welche Funktionen haben Onkel Ger und seine Neffen, was weiß Blinkie?
Leider steigt die Spannungskurve erst im letzten Drittel, denn die Entwicklung der 3 Jugendlichen wird unnötig detailliert beschrieben und ist nicht sehr spannend. Erzählt wird auf zwei Zeitebenen, aus der Perspektive der 3 Freunde, wobei deren Entwicklung und Werdegang thematisiert wird. Die Auflösung kann nicht erraten werden. Das würzt die Handlung. Es werden Kriminalität, Korruption, Brutalität und soziale Strukturen im katholischen Irland angeprangert.
Der Schreibstil mit den vielen Personen, dem komplizierten Plot, der ständig wechselnden Perspektive und dem unangekündigten Wechsel der Erzählzeit macht die Lektüre manchmal mühsam, hinzu kommen die Längen im ersten Teil. Deshalb von mir ein Punkt Abzug.
Allerdings hat mir die Thematisierung der Freundschaft, die Sozialstudie und die Ermittlung des Cold Cases durch die 3 Freunde sehr gefallen.