Nichts für schwache Nerven!

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„Kala“ von Colin Walsh ist eine Geschichte, die unter die Haut geht, ein Thriller, den man nicht zur Seite legen kann, voller Unruhe, Erregung, düsterer Vorahnungen und einer unglaublichen Story.

Sechs Freunde in ihren Teens in Kinlough (eigentlich ein 2000-Einwohner-Dorf, hier eine kleine Stadt), einem Küstenort in Irland, unzertrennbar, unhaltbar, von ihrer eigenen Courage und ihrem Übermut überwältigt, entdecken das Leben, die Liebe, Rausch, Exzesse, Tanz, Partys, kriminelle Energien, Übertritte.
Die Freundschaft gibt ihnen Halt und Kraft, beflügelt sie zu Unsinn und Wagemut und katapultiert sie immer wieder in z.T. lebensgefährliche Situationen. Als würden sie das Leben herausfordern - Helen, Aoife, Joe, Mush, Aidan und Kala – und schließlich verschwindet auch Kala, die Anführerin, die Schillernde, die Faszination und Schrecken auf ihre Umwelt ausübt. Wie betäubt und verständnislos bleiben die Übrigen zurück und der Roman wird zur Suche nach Kala.
15 Jahre später haben sie sich aus den Augen verloren, sind ihren Weg gegangen, haben eine fragwürdige Karriere gemacht, wohnen im Ausland oder sind noch im Heimatort geblieben. Hoffnungen wurden enttäuscht, das Leben war nicht immer leicht und Illusionen und Träume haben sich verflüchtigt. Und nun treffen sich drei der Weggefährten wieder, nähern sich einander vorsichtig an, suchen nach dem alten Freund, den alten Beziehungen, dem unkomplizierten Dasein der Jugend, der Freiheit und Direktheit. Wird Licht in das Dunkel gebracht, was ist damals geschehen? Was ist mit Kala passiert? Wollte sie verschwinden? Können sie wieder an die Zeiten von damals anknüpfen? Kann es Aussöhnung und Wiedergutmachung geben?
Die Zeitebenen wechseln sich ab und abwechselnd erfahren wir von der Vergangenheit und der Gegenwart, erleben die Veränderungen, die Entwicklung, das Scheitern und Aufbegehren. Eine emotionale Achterbahnfahrt, äußerst spannend, die Hoffnungen und Wünsche einer jungen Generation werden glaubhaft und einfühlsam dargestellt und als Leser erleben wir die unterschiedlichen Ich-Erzähler mit ihren existenziellen Ängsten, Schuldgefühlen, ihrem Bedürfnis nach Liebe und Akzeptanz, ihren Gedanken aus erster Hand, ihrem Scheitern und ihrer Möglichkeit, mit den Herausforderungen der Gegenwart und der Vergangenheitsbewältigung umzugehen. Ergreifend, psychologisch einfühlsam und mitreißend – ein Pageturner der besonderen Art und nichts für schwache Nerven!