Spannend und emotional
“Man lebt das Leben nur vorwärts, nicht in der Vergangenheit” so oder so ähnlich lautet eines der “Kalenderspruch-Zitate” aus Colin Walsh’ Kala. Und doch scheint es, als würden Mush, Joe, Helen und eigentlich das gesamte Kinlough nichts anderes tun, als in der Vergangenheit zu leben. Bei dem Versuch, das verschwinden von Kala vor vielen Jahren zu begreifen, und die eigene Rolle darin zu verstehen oder zu verdrängen. Nach Jahren Kern, Helen und Joe wieder zurück in die Stadt. Joe, der als Musiker berühmt geworden ist, aber vor seiner Alkoholsucht flieht. Helen, die vor der Vergangenheit ans Ende der Welt geflohen ist und auch dort nur ihr dasein fristet. Mush der Kinlough hingegen nie verlassen hat. Walsh schreibt abwechselnd aus den Perspektiven von Mush (ich-Form), Joe (Du-Form) und Helen (ich-Form), in denen die drei Hauptprotagonist*innen in ihre Geheimnisse der Vergangenheit, in und um Kalas verschwinden abtauchen und mit den aktuellen Geschehnissen umgehen.
Colin Walsh schafft es nicht nur, einen großen Spannungsbogen aufzubauen, der ein völlig unerwartet Ende mündet, er schreibt darüber hinaus in einer unglaublichen emotionalen Tiefe, und fesselt die Leser so noch mehr.
Colin Walsh schafft es nicht nur, einen großen Spannungsbogen aufzubauen, der ein völlig unerwartet Ende mündet, er schreibt darüber hinaus in einer unglaublichen emotionalen Tiefe, und fesselt die Leser so noch mehr.