Überzeugend

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xjohanna Avatar

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Fünfzehn Jahre nach dem Verschwinden ihrer Freundin Kala treffen sich einige Mitglieder einer ehemaligen Freundesgruppe wieder in ihrem irischen Heimatort Kinlough. Eine Hochzeit führt sie zurück an den Ort, an dem damals alles begann und an dem vieles nie wirklich aufgearbeitet wurde. Als plötzlich menschliche Überreste gefunden werden, wird klar, dass die Vergangenheit längst nicht so abgeschlossen ist, wie manche gehofft hatten.
Der Roman wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und springt immer wieder zwischen der Jugendzeit der Freunde und der Gegenwart. Dadurch erfährt man nach und nach mehr über die Dynamik innerhalb der Gruppe, über alte Konflikte, Geheimnisse und Schuldgefühle. Anfangs braucht man etwas, um sich an die vielen Figuren und Zeitsprünge zu gewöhnen, aber sobald man in der Geschichte angekommen ist, entwickelt das Buch eine starke Sogwirkung.
Besonders gelungen fand ich die Figuren. Sie wirken sehr authentisch und zeigen, wie sehr ein Ereignis aus der Jugend ein ganzes Leben prägen kann. Die Atmosphäre des kleinen irischen Küstenorts trägt zusätzlich zur Stimmung des Buches bei. Insgesamt ist Kala ein ruhiger, aber sehr intensiver Roman, der weniger von actionreicher Spannung lebt, sondern von seinen Figuren, Erinnerungen und der Frage, was damals wirklich passiert ist.