Ein fast perfekter Mord

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odile Avatar

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Die Kriminalpsychologin Hannah Jakob ist tot. Ein Treppensturz in der elterlichen Villa. Kommissarin Rebekka Just, die wie Hannah erst vor kurzem von Berlin nach Hamburg umgezogen ist, glaubt nicht an einen Unfall. Und tatsächlich hat der Mörder einen winzigen Fehler gemacht, sodass Spuren von Liquid Ecstasy bei der Toten nachgewiesen werden können. Die Kripo ermittelt intensiv, denn die frühere BKA-Ermittlerin hatte zahlreiche Feinde. Trotz aller Bemühungen findet sich kein Tatmotiv. Kriminalrat Piet Röver überträgt schließlich Rebekka, die eine Ausbildung in Operativer Fallanalyse absolviert hat, den Fall. Gemeinsam mit ihrer Berliner Kollegin Lone Geising vom LKA Rechercheteam versucht sie, Hannahs Mörder zu finden. Als sie in einer Sackgasse steckt, erhält sie unerwartet Unterstützung von Krølle, dem Schattenmann. Nach kurzem Zögern lässt sich Rebekka auf diese Zusammenarbeit abseits der Dienstvorschriften ein.

Katharina Peters neue Reihe hat mit der jungen Kommissarin Rebekka Just und dem undurchsichtigen Schattenmann Krølle, ein spannendes Ermittlerteam. Meine hohen Erwartungen hat "Kaltes Versprechen" weitgehend erfüllt.

Wer hat sich so große Mühe gegeben, einen nahezu perfekten Mord zu inszenieren? Dahinter muss sich ein bedeutsames Motiv verbergen, vermutet Rebekka und durchkämmt akribisch Hannahs Vergangenheit. Auch Krølle glaubt nicht an Rache als Motiv für den gewaltsamen Tod der Kriminalpsychologin. Offensichtlich war sie etwas höchst Brisantem auf der Spur und musste unbedingt gestoppt werden. Was hat sie entdeckt? Hannah war schon lange nicht mehr als Ermittlerin tätig. Ein scheinbar harmloses Foto weist die richtige Spur.

In einem weiteren Handlungsstrang sucht ein Kollege von Rebekka, Kommissar Elmo Bruhn, den Mörder eines jungen Hackers, der nach brutalster Folter, ermordet wurde. Ben, so hieß der 17-Jährige hatte einen Deal mit dem LKA, den er nicht überlebte.

Obwohl erst 28 Jahre alt, hat Rebekka bereits eine berufliche Vorgeschichte. Als Frischling in Hannover hat sie Zivilcourage bewiesen, die ihr schlecht bekommen ist. Letztlich blieben die beiden Polizeibeamten, die sich an einer Kollegin vergangen hatten, straffrei. Rebekka, die bedroht und verleumdet wurde, wechselte desillusioniert nach Berlin. Krølle, der zweite Hauptcharakter ist ein gänzlich anderes Kaliber. Jahrzehntelang arbeitete er für einen hochrangigen Beamten als "Mann fürs Grobe" und Vollstrecker. Erst die Begegnung mit Hannah, er sollte ihren Hund quälen und töten, änderte die Loyalität des verdeckten Ermittlers. Denn der Schattenmann liebt Tiere über alles. Und er schätzte Hannah. Durch seine Reflexionen werden Krølles Werdegang und seine Vergangenheit greifbar. Auch die übrigen Protagonisten wirken authentisch und überzeugen, ob Rebekkas neuer Chef oder ihre Kollegen.

Katharina Peters schreibt gewohnt klar und schnörkellos. Sie beschönigt nichts und nennt die Dinge beim Namen. Der neue Krimi ist eher ungeeignet für schwache Nerven.

In einem rasanten Showdown wird der schwierige Fall gelöst. Dank der Unterstützung eines loyalen Chefs und einer mutigen Staatsanwältin. Die Handlungsstränge verbinden sich. Der Spannungsbogen hält bis zum Schluss. Alle offenen Fragen werden beantwortet. Die Perfidität der Täter hat mich sprachlos gemacht, aber überraschend war die Lösung nur in Teilen. Ein derzeit sehr aktuelles Thema spielt bei diesem Fall eine bedeutende Rolle.

Das Ermittlerduo hat mir bei diesem Fall besonders gut gefallen. Rebekka ist sympathisch und taff. Sie bleibt als Privatmensch noch etwas farblos, was wohl dem Fall geschuldet ist, der ihr persönlich stark zusetzt. Immerhin, ihre Vorliebe für ein bestimmtes historisches PC-Rollenspiel teilt sie mit mir. Gespannt bin ich, ob die seltsamen wiederkehrenden Träume des Schattenmanns künftig ausbleiben werden oder ihm sein Gewissen auch weiterhin zu schaffen macht. Er ist ein moralisch fragwürdiger, aber spannender Typ, der auch sympathische Eigenschaften besitzt.

Den Auftaktband zur neuen Reihe finde ich vielversprechend und unterhaltsam. Beim nächsten Fall des diversen Duos werde ich jedenfalls wieder dabei sein.
4,5 Sterne