Ermittlungen in Licht und Schatten. Treppensturz oder der fast perfekte Mord?

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Die anerkannte Polizeipsychologin Hannah Jakob ist bei einem Treppensturz tödlich verunglückt. Alles deutet auf einen Unfall hin. Aber trügt der Schein und steckt mehr dahinter?

* Atmosphäre: rätselhaft, verworren, nebulös und latent bedrohlich
* Kernthema: Aufklärung eines fast perfekten Mordes einer Kriminalpsychologin
* Spannung: durch viele ungelöste Rätsel und einen dichten Nebel aus Lügen und Geheimnissen
* Für Fans von: Kriminalgeschichten, die etwas komplexer und vielschichtiger sind

UM WAS ES GEHT

Hannah Jakob wird nach einem Sturz auf der Treppe in ihrem eigenen Haus tot aufgefunden. Ihre Kollegen, vor allem die junge, ambitionierte Kommissarin Rebekka Just, zweifeln an einem Unglück und nehmen Untersuchungen auf, die zunächst ins Leere zu laufen scheinen. Unerwartet bekommt sie Unterstützung von Krølle, der in der Vergangenheit unter dem Radar für Gerechtigkeit gesorgt hat und ebenfalls wissen möchte, was mit Hannah tatsächlich geschehen ist.

MEIN EINDRUCK

Katharina Peters ist bekannt für eine Reihe von Kriminalromanen. Es gibt auch eine sechsteilige Reihe mit Hannah Jakob, die in diesem Serienauftakt “Kaltes Versprechen” durch ihr unglückliches Ableben Platz macht für neue Helden. So treten eine junge, unerfahrene, aber auch sehr engagierte und motivierte Kommissarin Rebekka Just und ein zwielichtiger Typ namens Krølle auf den Plan, die sich trotz anfänglicher Skepsis ziemlich gut gegenseitig ergänzen.
Während Rebekka als ausgebildete Fallanalytikerin auf der offiziellen Seite ermittelt, arbeitet Krølle auf eigene Faust, unter dem Radar und mit selten sauberen und fragwürdigen Methoden. Beide motiviert die persönliche Bekanntschaft zu Hannah Jakob und ihre Zweifel an einem Unfallgeschehen.

Damit verbinden sich Licht und Schatten, sowohl charakterlich, ermittlungstechnisch aber auch in der Vergangenheit der beiden Protagonisten. Diese Kombination ermöglicht überraschende Ergebnisse durch unkonventionelle Befragungen und sie wirft immer wieder neue Impulse und Fragestellungen in den Raum. Die Ermittlungen sind sehr vielschichtig und es ist nicht immer einfach alle Fäden im Blick zu behalten. Katharina Peters hilft aber immer wieder zur passenden Zeit mit kurzen Zusammenfassungen.

Mir haben beide Charaktere, die Thematik und die Handlung mit den vielen offenen Fragen sehr gefallen. Die Auflösung war am Ende wasserdicht und lückenlos. Die Autorin hat bewiesen, dass sie ihre Geschichte komplex, aber in sich schlüssig konstruiert hat. Trotzdem konnte ich als Leser durch Schreibstil und Atmosphäre sehr gut folgen. Inhaltich ordne ich “Kaltes Versprechen” eher als Kriminalroman ein.

Skeptisch bin ich immer dann, wenn Träume der Protagonisten etwas vermitteln wollen. Dies ist leider auch hier geschehen. Sie haben viel mit Krølles Charakter und seiner Entwicklung zu tun. Insgesamt empfand ich sie zu real in Szene gesetzt und zu häufig eingesetzt. Ich verstehe ihre Bedeutung, neige aber dazu solche Stilmittel für mich persönlich abzulehnen.

MEIN FAZIT

Für mich war “Kaltes Versprechen” das erste Buch von Katharina Peters. Es hat mich sehr gut unterhalten und das geschickte Spiel der Gegensätze hat mich sehr begeistert. Die fein verwobene Geschichte, in der die Fäden nach und nach zusammenlaufen - auch mit Blick auf die Kernthemen, die ich nicht spoilern möchte, hat mich tatsächlich in den Bann gezogen und macht Lust auf diese neue Reihe.