Femizide
Der Thriller beginnt langsam und einführend, indem alle Charaktere vorgestellt werden und der Ermittlungsfall kurz angerissen wird. Erst mit der Zeit treten erste Ermittlungserfolge auf und danach werden die Zusammenhänge klarer und die Situationen erscheinen im Nachhinein konkreter. Der Schreibstil ist detailliert und strukturiert, das Tempo ist eher langsam, man hat als Leser*in ausreichend Zeit sich in die Gedankengänge der Personen hineinzuversetzen und auch selbst die eigenen Gedanken schweifen zu lassen, um eigene Schlussfolgerungen zu ziehen, das gefällt mir sehr gut. Manche Dinge werden angedeutet, andere wiederum genau geschildert. Als Ermittlerin gefällt mir Rebekka sehr gut, sie ist jung und engagiert und mit vollem Elan dabei, den Todesfall ihrer Kollegin aufzuklären. Sie lässt sich auch von Bedrohungen nicht einschüchtern. Worüber ich zwiegespaltener Meinung bin ist, dass Krolle so stark in die Ermittlungen einbezogen wird und hauptsächlich er die wertvollen Ergebnisse liefert. Nicht gefällt mir, dass er illegale Methoden verwendet und in diesem Fall Gewalt geduldet wird und in anderen Fällen die gleichen Methoden verurteilt werden. Würde er allerdings nicht aktiv am Fall mitwirken, wären die Erfolge kaum bis gar nicht vorhanden und der Fall könnte nicht gelöst werden. Das Thema Femizide finde ich wichtig und hätte für meinen Geschmack noch viel deutlicher und ausführlicher behandelt werden können. Der Abschluss war spannend und hat alle losen Fäden zusammengeführt, sodass ich mich auf den nächsten Fall mit Rebekka freue.