Kammerspiel am Rande der Stadt

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Kampfsterne
- eine Ansammlung von Gedanken, Gefühle, Hoffnungen und purem Egoismus.

Wir befinden uns in den 80ern in einer deutschen Siedlung, am Rande einer Stadt in der Nähe von Bielefeld.
Im Zentrum der Geschichte stehen drei Familien mit ihren jeweiligen Mitgliedern. Als erstes gibt Rita Einblicke ihres Lebens preis. Sie ist neidisch auf die jüngste Tochter ihrer besten Freundin Ulla und deren "so perfekten" Leben. Das darauf folgende Kapitel ist Lexchen/Alexa, besagter Tochter, gewidmet. Das tragische Kammerspiel beginnt und hiermit auch der Verfall des gutbürgerlichen Erscheinungsbildes dreier Familien...

Alexa Hennig von Lange hat es geschafft, jedem Charakter/jedem Kapitel einen eigenen Anstrich zu verleihen. Man stürzt sofort in deren Gedankenwelten und Emotionen. Ob es die kleine Lexchen mit all ihren kindlichen (aber nicht kindischen!) Gefühlen und Ansichten ist oder der gewalttätige Ehemann - die Autorin vermittelt einen Zugang zu jedem einzelnen Charakter. Nicht jeder ist ein Sympathieträger aber die Motive eines jeden Einzelnen werden klar und teilweise nachvollziehbar.

Stellenweise fühlt sich dieses Buch wie ein Theaterstück an und manifestiert ein zeitloses Fragment gesellschaftlicher und familärer Strukturen.

Das Buch ist mit seinen gerade mal 224 Seiten sehr kurzweilig, aber durch seine Intensität und Willenskraft sehr zu empfehlen!