Atmosphäre mit anstrengender Sprache

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ravenmoon Avatar

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Das Cover von Kaskaden finde ich tatsächlich noch mit am stärksten – dieses leicht verschwommene, fast gemäldeartige Motiv hat etwas Melancholisches und Geheimnisvolles. Es wirkt ruhig, traurig und irgendwie verletzlich.

Mit der Sprache bin ich dagegen leider überhaupt nicht warm geworden. Schon die ersten Seiten haben mich eher abgestoßen als hineingezogen. Der Stil wirkt extrem bemüht modern und sehr stark auf eine junge, internetaffine Generation zugeschnitten – mit vielen popkulturellen Verweisen, Anglizismen und dieser bewusst coolen, distanzierten Erzählweise. Für manche Leserinnen und Leser funktioniert das bestimmt richtig gut, für mich hat es aber eher künstlich gewirkt.

Dabei merkt man durchaus, dass die Autorin schreiben kann. Zwischen den sehr modernen Dialogen und Gedankenblitzen tauchen immer wieder starke Bilder und emotionale Momente auf. Besonders die Erinnerungen an Yara oder die Szenen rund um Verlust, Fremdheit und Einsamkeit haben Atmosphäre. Trotzdem konnte ich keine echte Verbindung aufbauen, weil mich die Sprache ständig aus dem Lesefluss gerissen hat.

Insgesamt wirkt das Buch auf mich sehr „Zeitgeist 2026“ – sicherlich passend für viele jüngere Leser:innen, aber eher weniger für Menschen, die mit dieser Art von Erzählstil nichts anfangen können. Trotzdem glaube ich, dass das Buch seine Zielgruppe finden wird.