Ein intensiver Blick in die Welt von Yara und Rose

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davina Avatar

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Der Beginn des Romans „Kaskaden“ von Louise K. Böhm hat mich sofort durch seine rohe und ungeschönte Atmosphäre beeindruckt. Der Einstieg wirkt beinahe filmisch: Eine DVD in einer Papierhülle und der beiläufige Gedanke an den Tod eines gewissen Thorsten ziehen den Leser unmittelbar in eine Szenerie, die von Melancholie und einer gewissen Haltlosigkeit geprägt ist. Es wird schnell klar, dass es hier um mehr als nur eine oberflächliche Erzählung geht; es geht um die existenziellen Fragen von Verlust und dem Wunsch nach Zugehörigkeit.

Die Sprache ist modern, direkt und von einer beeindruckenden Intensität. Besonders die Schilderung der symbiotischen Beziehung zwischen der Erzählerin und Yara ist faszinierend. Die Autorin nutzt drastische, fast schon unangenehme Bilder – wie das Ausdrücken von Rückenpickeln in einer Toilettenkabine –, um die grenzenlose Nähe und körperliche Verbundenheit der beiden Mädchen darzustellen. Diese Intimität wird so greifbar beschrieben, dass man das Gefühl hat, die Grenze zwischen den beiden Individuen verschwimme tatsächlich.

Nach Abschluss der Leseprobe ist mein Interesse an der weiteren Geschichte definitiv geweckt. Die tiefe emotionale Verflechtung der Protagonistinnen und die düsteren Vorahnungen bezüglich Krankheit und Tod erzeugen eine spannungsvolle Neugier. Ich möchte unbedingt erfahren, wie diese „Einheit“, die Rose und Yara bilden, den Herausforderungen ihrer Umwelt standhält und ob die im Titel angedeuteten „Kaskaden“ einen unaufhaltsamen Prozess des Zerfalls oder der Erneuerung beschreiben.