Anders

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tochteralice Avatar

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Jojo hat es an die Uni geschafft, in die naturwissenschaftliche Fakultät und hat fachlich nicht die geringsten Probleme, dort zurecht zu kommen. Es gibt auch einige echt nette Komilitonen, einen davon findet sie besonders gut und er sie auch. Aber das kann doch nur eine Beziehung auf Zeit sein, irgendwann wird er merken, dass sie nicht gut genug für ihn ist und so ist es auch.

Es kann ja nicht anders sein, er muss einfach merken, dass andere Frauen besser, ihm ähnlicher sind!

Jojo trauert immer noch um ihre Schulfreundschaft zu Yara, die im selben Haus lebte, bei deren Eltern sie immer mitessen konnte, wenn ihre Eltern mal wieder nicht vorgesorgt hatten. Wobei: mit Yaras Eltern sind Jojo und ihre Eltern immer noch verbunden, es ist nur Yara, die sich entfernt hat.

Und deshalb meint Jojo, dass auch andere so denken, dass sie stigmatisiert wird als eine aus prekären Verhältnissen. Dass sich ganz schön viel von diesen Überlegungen in ihr selbst abspielt, das merkt sie lange nicht.

Ein kraftvoller Roman, der sich manchmal zu sehr in Jojos Gedanken - denn diese tragen die Handlung - verliert. Mich hat das Buch dadurch etliche Male verloren, bis ich endlich gemerkt habe, was für eine Power in ihm steckt. Das sind Gedanken, die in vielen von uns schlummert oder einst schlummerten - auch in mir, wenn auch ein bisschen anders. Aber anders ist es bei jedem Einzelnen und Louise K. Böhm hat hier mit kleinen Abstrichen (so sehe ich das) ein starkes, eindringliches Werk geschaffen, das hoffentlich viele Leser:innen findet!