Ein berührendes Buch über Freundschaften und so viel mehr

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mondscheinsonate Avatar

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"Kaskaden" habe ich an einem Tag an diesem Wochenende beendet und ich denke, das zeigt schon ganz gut, wie sehr es mir gefallen hat!

Wir begleiten Jojo, die gerade ihren Master macht, sich die WG mit ihrer Freundin Melle teilt und die Arbeit im Labor ihrer Universität als beruhigend empfindet, folgen die Abläufe hier doch immer einem bestimmten Muster.

Genau hier lernt sie auch während einem Seminar Jakob kennen, der ihr neuer Tutor ist und mit dem da sofort diese Anziehung besteht.

Doch Jojo fällt es schwer, sich darauf einzulassen. Sie fühlt sich oft an ihrer Uni wie eine Imposterin - ihre Kindheit verbrachte sie in einem Betonbau und war immer von Geldsorgen geprägt. Ihre beste Freundin Yara wohnt nur drei Etagen über ihr, teilt den Alltag, die Erinnerungen, Träume und Wünsche mit ihr. Sie sind sich so nahe, wie man sich nur sein kann - bis sie Jojo nach dem Abi plötzlich ghosted.

Jojo versucht zu verstehen, denkt auch Jahre später täglich an sie, kann nur noch schwer die Nähe anderer Menschen zulassen.

Wir begleiten sie durch die Seiten, wie sie die Kapitel Ihrer Vergangenheit durchgeht, sich fragt, was passiert ist und zugleich versucht, ihre Gegenwart zu bewältigen.
Die, in der es nun Melle gibt, die sich um sie sorgt, wenn Jojo aus Angst vor Keimen nicht Bus fährt, ständig duscht und sich die Hände desinfiziert. Die immer ein offenes Ohr hat und trotzdem an Jojos meterhohen Wänden abprallt. Genauso wie Jakob. Und doch finden er und Jojo immer wieder zueinander.

Louise schreibt diese Szenen einfühlsam und berührend, lässt genügend Raum, um uns einige Dinge nur zwischen den Zeilen erahnen zu lassen und gibt ihnen dadurch umso mehr Bedeutung.

Man rätselt unweigerlich mit, was zwischen Yara und ihr passiert sein mag und die Bedeutung dieser Freundschaft, dieses abrupte Ende, die Sehnsucht nach ihr und die Fragen nach dem Warum füllen Jojos Leben so sehr aus, wie es die meisten Geschichten in der Popliteratur nur der großen romantischen Liebe zugestehen wollen. Das fand ich total schön dargestellt, begleiten uns unsere Freund:innenschaften doch schon oftmals durchs Leben, wenn der Partner noch lange keine Rolle gespielt hat.

"Kaskaden" hat mir also sehr gefallen und ich empfehle es dementsprechend gerne weiter!