Leider nicht ganz meine Erwartungen erfüllt

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madame—rivkele Avatar

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Jojo ist bereits Masterstudentin und fühlt sich trotzdem noch immer fehl am Platz an der Uni. Als ob sie hier nicht hingehören würde, zwischen die Menschen, die feiern, lachen, miteinander rummachen und dabei weder an Geld noch an Keime denken. Denn diese beiden Dinge begleiten Jojo jeden Tag und machen es ihr schwer, sich fallen zu lassen. Auf der einen Seite ist da diese konstante, latente Sorge, dass das BaföG nicht rechtzeitig auf ihrem Konto eintrudelt, dass sie sich die Miete, die Unibücher, das Essen nicht leisten kann. Auf der anderen Seite ist da die Angst vor Keimen, die überall lauern. Seit Jojo eine DVD von ihrer ehemaligen besten Freundin bekommen hat, ist die Angst vor Keimen wieder gewachsen und beeinträchtigen sie immer mehr. Ihre Sorgen, Ängste und Unzulänglichkeiten beeinträchtigen sie auch beim Kennenlernen von Jakob, ihrem Tutor aus dem Labor.
Ich hatte eine Geschichte über Freund:innenschaft und Unileben erwartet und hatte mich wirklich darauf gefreut, in „guten alten Zeiten“ zu schwelgen. Leider hat es für mich nicht wirklich gepasst. Jojo bleibt für mich eindimensional und ihr Verhalten relativ unverständlich. Es gibt zwar eine Veränderung in ihrer Figur, einen Aha-Moment, aber bleibt es bei einem Moment. Sie versteht auf einmal alles und dank ihres Geistesblitzes, lösen sich alle Schwierigkeiten auf. Mir hat da ein bisschen das Knirschen gefehlt, das es gibt, wenn sich jemand ändert, auch wenn es zum Guten ist.
Auch stilistisch gesehen hat die Autorin leider nicht ganz meinen Geschmack getroffen. Bzw. hat mein Geschmack nicht ihren Schreibstil getroffen. Für meinen Geschmack waren da zu viele Vergleiche, die nicht immer so gut funktioniert haben. Aber vielleicht ist das auch eher dem Lektorat anzukreiden als der Autorin.
„Kaskaden“ ist für mich kein Highlight gewesen, aber auch kein Lowlight. Trotz meiner Kritikpunkte liest es sich nicht schlecht.