Liebenswert und ein bisschen durcheinander
In "Kaskaden" von Louise K. Böhm werde ich als Leserin durch Achterbahnen der Gefühle geschickt. Der Schreibstil der jungen Autorin (halb so alt wie ich) kommt sehr modern und sozusagen hip herüber. Das ist gewiss nicht jedermanns und -fraus Sache. Die Hauptperson wirkt recht unglücklich in ihrem Leben und hat offensichtlich viele Lasten aus ihrer noch nicht so lang zurück liegenden Kindheit zu tragen bzw. aufzuarbeiten. Als Studentin der Biologie fühlt sie sich eigentlich richtig am Platz und trotzdem nirgendwo richtig zugehörig. Ihr nur wenige Jahre älterer Tutor ist genauso mit Leib und Seele angehender Biologe. Beide treten nach Art einer Sinuskurve abwechselnd aufeinander zu und trennen sich wieder. Da passt der Titel "Kaskaden" ziemlich gut. In ihrer ungewöhnlichen Wortwahl schafft es die Autorin, mich als Leserin in ihren Bann zu ziehen. Dass ich am Ende dennoch nicht ganz erfüllt war von der Lektüre, mag darn liegen, dass das Milieu, in dem dir Geschichte spielt, nicht ganz meins ist. Aber die Leistung der Autorin ist meines Erachtens keinesfalls zu schmälern, da es ihr gelingt, den Spannungsbogen zu halten. Ich würde mich freuen, mehr von ihr zu lesen.