Nah, näher, Kaskaden
Was für ein Debüt. Louise K. Böhm hat mit 'Kaskaden' einen Roman geliefert, der mich ab der ersten Seite eingesogen hat. Präzise und klar schreibt sie eine so vielschichtige Geschicht und lässt Einblicke in ein Leben zu, welches mir teilweise schmerzhaft nah schien.
Wir lernen die Protagonistin Jojo zu Beginn ihres Masterstudiums kennen. Mehrere Jahre schon ist sie an der Uni, angekommen ist sie jedoch bisher nicht. Zu groß scheint der Sprung aus der kleinen Wohnung der Arbeiter*innenklasse in eine Welt, die scheinbar nur von Menschen belebt wird, für die BAföG eine willkürliche Aneinanderreihung von Buchstaben darstellt. Der Zugang zu diesem Strang der Erzählung fiel mir als erstes studierendes Familienmitglied natürlich leicht. Doch Louise K. Böhm lässt mich beim Lesen erneut all die Gefühlen und Ängste spüren, die dieser Weg mit sich brachte. Selten kommt man einer Figur so nah, wie Jojo uns in ihr Leben lässt. Die Ironie daran: Was Jojo uns so leicht macht, lässt sie bei Menschen in ihrem Umfeld nicht zu. Scham aufgrund ihrer Herkunft, Vergangenheit und früherer Entscheidungen bringen sie dazu, sich zu verkapseln und in einer Welt zurückzuziehen, zu der lediglich sie allein Zugang hat. Umso schöner ist es, dass wir als Leser*innen ihr Wachsen begleiten können und spürbar wird, welche heilende Wirkung Freundschaft, Geduld und Verständnis auf die tiefsten Kränkungen haben können.
Ein Roman, der ohne die typischen Vorurteile Klasse und Herkunft abbildet und solche Gefühle in mir auslöst, hat sich jeden einzelnen der 5 Sterne verdient.
Wir lernen die Protagonistin Jojo zu Beginn ihres Masterstudiums kennen. Mehrere Jahre schon ist sie an der Uni, angekommen ist sie jedoch bisher nicht. Zu groß scheint der Sprung aus der kleinen Wohnung der Arbeiter*innenklasse in eine Welt, die scheinbar nur von Menschen belebt wird, für die BAföG eine willkürliche Aneinanderreihung von Buchstaben darstellt. Der Zugang zu diesem Strang der Erzählung fiel mir als erstes studierendes Familienmitglied natürlich leicht. Doch Louise K. Böhm lässt mich beim Lesen erneut all die Gefühlen und Ängste spüren, die dieser Weg mit sich brachte. Selten kommt man einer Figur so nah, wie Jojo uns in ihr Leben lässt. Die Ironie daran: Was Jojo uns so leicht macht, lässt sie bei Menschen in ihrem Umfeld nicht zu. Scham aufgrund ihrer Herkunft, Vergangenheit und früherer Entscheidungen bringen sie dazu, sich zu verkapseln und in einer Welt zurückzuziehen, zu der lediglich sie allein Zugang hat. Umso schöner ist es, dass wir als Leser*innen ihr Wachsen begleiten können und spürbar wird, welche heilende Wirkung Freundschaft, Geduld und Verständnis auf die tiefsten Kränkungen haben können.
Ein Roman, der ohne die typischen Vorurteile Klasse und Herkunft abbildet und solche Gefühle in mir auslöst, hat sich jeden einzelnen der 5 Sterne verdient.