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linda.konig12 Avatar

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„Kaskaden“
Von Louise K. Böhm

„Wovor läufst du weg?«
Was meinst du?« Ich halte seinen Blick, dieses ruhige, unaufgeregte Grau, dieses Grau, das zu genau hinschaut, zu genau sieht. Du sitzt immer ganz weit vorne auf dem Stuhl, als würdest du sofort wieder losrennen wollen, als gäbe es hier nichts, was dich hält.“

Jojo ist Studentin. Sie studiert Biologie und fühlt sich unglaublich wohl im Labor… aus verschiedenen Gründen.
Sie hadert mit ihrem Sein, mit ihrem Leben und mit der Vergangenheit.
Sie vermisst ihre beste Freundin und es fällt ihr schwer, Vertrauen zu Menschen aufzubauen.

Und das wirklich Besondere an diesem Roman ist auf jeden Fall, sie als Protagonistin zu haben.
Louise, K. Böhm schreibt so nah an ihrer Figur und so direkt und ehrlich, dass es eine Freude ist, ihr gedanklich zu folgen, eine Herausforderung und auch eine große Bereicherung. Jojo ist die ganze Zeit irgendwie auf der Suche und sie flieht vor ihrer Vergangenheit vor dem, was sie erlebt und getan hat, und sucht einen Ausweg daraus und sie sucht auch nach einem Grund, weiter nach vorne zu gehen.

Und als Leserin bin ich immer mittendrin in ihren Gedanken und ihren Ängsten und ihren komischen Handlungen, die ich nicht immer so gut finde.
Und oft denke ich… mach es doch einfach anders. Und vertraue jemandem. Lass jemanden an dich ran. Das hilft.

Es geht in diesem Roman aber auch ganz viel um Freundschaft, um Zusammenhalt und darum, was passiert, wenn man auseinandergerissen wird.
Und dann ist es irgendwie auch eine kleine Liebesgeschichte. Vielleicht…
Auf jeden Fall ist dieser Roman unglaublich intensiv, kraftvoll und ich bewundere diesen Schreibstil, der es möglich macht, im Kopf von Jojo zu sitzen.

„Wo lebt das Vermissen, und muss Vermissen immer schmerzhaft sein, geht es nicht auch schmerzlos.“