Was für ein unglaubliches Highlight!

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nessabo Avatar

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Dies ist das Werk einer Meisterin! Louise K. Böhm liefert ein so sprachgewaltiges Debüt, das ich kaum Lesepausen einlegen wollte.

Und dabei hatte ich vorher einige Bedenken, weil immer wieder von den poetischen Elementen der Geschichte gesprochen wurde. Das ist ja bekanntlich nicht gerade mein liebster Sprachstil, aber alle Bedenken waren völlig unnötig. Böhm nutzt poetische Bilder, ja. Aber die sind so elegant in eine sonst sehr lebensnahe und vor allem authentische Sprache eingebunden, dass ich beim Lesen keinerlei Probleme hatte.

Der Roman lebt vor allem von seiner spannenden Protagonistin. Böhm traut sich, eine kantige Hauptfigur in den Fokus zu setzen. Jojos Struggle hätten nicht greifbarerer beschrieben werden können. Nicht nur die Klassismus-Komponente, sondern auch ihre Zwangsstörung sowie Vertrauensprobleme werden so intensiv und dicht in Worte gefasst, dass ich regelrecht in die Geschichte eingesogen wurde. Während Klassismus und damit das Gefühl, in bestimmten Kontexten fehl am Platz zu sein, unterschwellig immer präsent ist, schwankt die Intensität der Zwänge. Mit unglaublichem Talent lässt uns die Autorin hier ganz nah ran an ihre Protagonistin.

Doch nicht nur thematisch und sprachlich ist das Werk ein Banger! Die Freundinnenschaften und deren respektvolle Kommunikation sind großartig - so etwas kann ich gar nicht oft genug lesen. Sogar der uns allen antrainierte Reflex, andere Frauen als Konkurrenz zu sehen, wird ehrlich und liebenswert adressiert. Die Liebesgeschichte nimmt nur moderat Raum ein und auch die fand ich wundervoll eingebunden, zumal Jakob ebenfalls eine gut gezeichnete Figur ist.

Nicht zuletzt schafft es Böhm unvergleichlich gut, ein kluges Spannungselement in ihren Roman zu setzen. Was genau zwischen Jojo und ihrer ehemals besten Freundin Yara passiert ist, löst sich erst spät auf. Dabei geht es nicht um thrillerhafte, eher konstruierte Spannung, sondern immer um glaubwürdige Menschlichkeit.

Wenig überraschend habe ich das Buch geliebt! Es ist eine eindrückliche Geschichte über die tiefen Wirkweisen von Klassismus mit einer vielschichtigen, interessanten Protagonistin und der Wärme von solidarischer Freundinnenschaft. Ein überdeutliches Highlight für mich!