Wenn du eine Freundschaft nicht loslassen kannst

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Worum geht’s?

Jojo hat es geschafft. Sie ist der Vorstadt entkommen und studiert in der Kleinstadt. Aber anders als geplant, ist sie dort ohne Yara. Yara, mit der sie zusammen aufgewachsen ist und die für sie alles war, bis Yara den Kontakt plötzlich abgebrochen hat. Das lässt Jojo einfach nicht los. Genauso wie ihre soziale Herkunft.


Wie war’s?

Dieses Buch ist schon irgendwie besonders und ich hab’s echt gerne gelesen. Es gibt so viele Themen, die in Jojos Geschichte verpackt sind. Na klar geht’s um Freundschaft. Aber auch um soziale Herkunft, Schuld, Selbstermächtigung oder die Rolle der Vergangenheit. Yara ist von Anfang an ein wesentlicher Teil von Jojos Gedanken, das wirkt sich auch auf Jojos aktuelles Leben aus.

Einerseits hat Jojo ihre Mauern total hochgefahren und hält alle auf Abstand, andererseits ist sie auch ein good girl und versucht Konflikte zu vermeiden. Das ist es auch, was ich als Leserin unbedingt erfahren wollte und was mich immer wieder mitzieht: Was ist da passiert?! Dieser Konflikt zeigt sich auch in ihren sprunghaften Gedanken. Das passt absolut zu ihrer Figur, für mich hat es jedoch ab und zu die Orientierung erschwert.

Das Besondere ist meiner Meinung nach der Schreibstil von Louise Böhm. Ich mag die Metaphern, die Vergleiche, die repetitiven Elemente und den Vibe. Das hat mich zwischendurch ein wenig an Caro Wahl in 22 Bahnen erinnert. Das hat mir echt sehr gefallen. Sowohl Jojo, als auch die Nebencharaktere empfand ich als sehr authentisch. Das liegt vermutlich auch daran, dass Louise Böhm ihre Wortwahl dem gegenwärtigen Sprachgebrauch angepasst hat.
Und hier kommt nun mein kleines Aber: Genau dadurch hatte ich das Gefühl nicht mehr unbedingt zur Zielgruppe zu gehören.
Alle in ihren 20ern dürfte der Roman aber perfekt abholen.