Wenn Vertrautheit verloren geht
Auf den Roman "Kaskaden" von Luise K. Böhm bin ich zunächst durch die Social-Media-Präsenz der Autorin aufmerksam geworden. Umso überraschter war ich, wie tiefgründig und literarisch ausgefeilt dieser Roman ist. Besonders begeistert hat mich der zugängliche, realitätsnahe Schreibstil. Dieser ist klar und ungekünstelt, aber voller emotionaler Kraft, ohne poetische Ausflüchte. Hierzu tragen auch die Ausschnitte in Form von Textnachrichten bei. Thematisch widmet sich der Roman einem Verlust, der selten so treffend beschrieben wird: dem schmerzhaften Auseinanderdriften einer Freundschaft, bis hin zur Nicht- Existenz eben jener. Böhm gelingt es eindrucksvoll, die Trauer über eine Beziehung einzufangen, die endet, ohne dass man genau benennen kann, warum. Gerade diese Ambivalenz macht die Geschichte so glaubwürdig, berührend und lange nachhallend.